[Review] Sebastian Fitzek: Der Augensammler | Fest für Thrillerfans


Sebastian Fitzek: Der Augensammler (Hörbuch, Lübbe Audio, 2010)Sebastian Fitzek: Der Augensammler
Gelesen von Simon Jäger.

Veröffentlicht: Lübbe Audio, 2010

4 Audio-Cds
Länge: 310 Minuten
ISBN: 978-3-7857-4368-3

Inhaltsangabe des Verlags:

Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer. Doch das Grauen endet nicht: Den aufgefundenen Kinderleichen fehlt jeweils das linke Auge.

Bislang hat der „Augensammler“ keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine blinde Physiotherapeutin, die angeblich in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen kann. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …

Meinung:

Nach Werken wie “Splitter”, “Das Kind” oder “Der Seelenbrecher” waren die Erwartungen bezüglich Sebastian Fitzeks  “Der Augensammler” fast schon astronomisch hoch. Doch ohne zuviel zu verraten, können etwaige Zweifel direkt zerstreut werden: Fitzek wäre nicht Fitzek, böte er den Lesern und Hörern nicht genau das, worin er seit Jahren meisterlich ist: Packende Thrillerunterhaltung mit bösem Twist.

Handlungsmäßig bleibt Fitzek sich treu: Ein eigentlich schon kaputter Hauptcharakter wird auf eine Achterbahnfahrt durch menschliche Abgründe geladen, die mit dem großen Paukenschlag endet – garniert mit reichlich perfiden Szenarien, diesmal sogar ein sehr gut gelungenes Nicken Richtung “Saw”, ohne jedoch in die erschreckende Einfallslosigkeit selbiger Serie ab Teil 2 zu verfallen – und als Selbstzweck wird diese auch nicht verwendet, keine Sorge.

Der Augensammler” packt den Hörer von Anfang an und endet nicht mit dem Ausklingen des Jingles auf der letzten CD. Ok, physisch gesehen schon, aber wie so oft bei Fitzek: Es bleibt im Kopf. Stück für Stück setzt sich das Puzzle um den “Augensammler” zusammen, nur um an Ende doch noch mit einer Riesenüberraschung aufzuwarten.

Wie immer wird auch dieser Fitzek von Simon Jäger gelesen und wie bei den bisherigen Hörbüchern auch erweist sich das als absolute Stärke. Jäger gelingt es erneut, dass ein Hörbuch eher zu einem Hörspiel wird, eine One-Man Show im positiven Sinne. Nicht nur, dass Jäger ein begnadeter Erzähler ist, nein, er färbt die einzelnen Charaktere erneut mit seiner markanten Stimme, spielt mit Betonungen – und baut diesmal sogar den Berliner Dialekt ein, was dem so gesprochenen Charakter absolut zu Gute kommt.

Auf einzigartige Weise schafft Jäger es zudem auch, die Atmosphäre von Fitzeks Story durch seine Stimme einzufangen und zu verstärken – einmal mehr bleibt lediglich eine großartige Leistung zu bescheinigen, die schlicht beindruckt.

Bleibt als Fazit:
Der Augensammler” ist Fitzek in Reinkultur mit allen Stärken: Eine packende, mysteriöse Story, Wendungen und einem verdammt gut aufgelegten Simon Jäger, der sich hier erneut als Sprecher der Extraklasse beweist. Fitzek-Fans müssen zugreifen, doch auch wer Thrillern per se nicht abgeneigt ist, wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen – nebst Überraschung. Wieder mal.

http://www.hergehoert.de/sebastian-fitzek__der-augensammler.html

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