[Review] David Ignatius: Der Mann, der niemals lebte


David Ignatius: Der Mann, der niemals lebte (Audiobuch Verlag, 2007. Gelesen von Johannes Steck)David Ignatius: Der Mann der niemals lebte
Gelesen von Johannes Steck
Veröffentlicht: Audiobuch Verlag, 2007

Länge: 428 Minuten
6 Audio-CDs
ISBN-Nr.: 978-3-89964-302-2

Inhaltsangabe des Verlags:

Die CIA ist ratlos: Jeder Versuch, einen Maulwurf bei Al-Quaida einzuschleusen, mißlingt. Da kommt der in Jordanien stationierte Agent Ferris auf eine zündende Idee: Wenn man die Organisation nicht infiltrieren kann, muß man eben so tun als ob. Es wird eine Leiche im Libanon plaziert. Und tatsächlich: Das trojanische Pferd erzielt den gewünschten Erfolg. Doch dann wird Ferris plötzlich selbst entführt …

Meinung:

Ein Thriller, der sich den “Krieg gegen den Terrorismus” zum Thema nimmt, kann völlig danben gehen. Glücklicherweise ist David Ignatius dieses Dilemma erspart geblieben, denn mit “Body of Lies”, bzw. “Der Mann, der niemals lebte” liefert er den Beweis dafür, daß intelligente Agententhriller keine triefenden Klischees brauchen, um zu funktionieren.

Gleich vorweg: Wer “heroische Amerikaner schlagen bösen Terroristen (natürlich islamistischen Glaubens) wieder so richtig klischeebeladen ein Schnippchen” erwartet, sollte sich andere Kost suchen. Ignatius hat keine saubere CNN-Variante gezaubert, sondern einen Roman, der auf beiden Seiten, sowohl der Amerikaner, als auch der Araber, das triefende Schwarz/Weiß-Getue verbannt und zeigt, daß auf beiden Seiten Menschen agieren, die manipulieren können, die betrügen, belügen, aber auch lieben und für ihre Prinzipien eintreten können.

Nun ist “Der Mann, der niemals lebte” kein Islam-Bashing, ebensowenig wie ein Anti-Amerika Pamphlet. Exemplarisch hat der “normale” Held in Agenthrillern immer eine reine Weste, schafft ohne ernsthafte Probleme alles – nur hat Roger Ferris weder eine reine Weste, noch durchschreitet er das Intrigenspiel ohne Blessuren.

Andersrum agieren auch die sonst in ähnlichen Romanen immer als rückständig und/oder sinnlos brutal agierenden Araber hier auch nicht den allseits bekannten Klischees entsprechend. Und auch die amerikanische CIA, insbesondere personifiziert durch Ed Hoffman, bekommt eine ordentliche Portion Kritik an der amerikanischen Überheblichkeit den Arabern gegenüber ab, also imho durchaus realistisch(er) als viele andere Romane dieses Genres. Niemand hat in diesem Thriller den “Gut”- oder “Böse”-Schein in reinem Schwarz oder reinem Weiß gepachtet – das darzustellen und vor allem als essentiellen Bestandteil seiner bitterböse durchdachten Handlung zu etablieren, ist Ignatius perfekt gelungen.

Vorgetragen wird das Ganze von Johannes Steck, der nicht nur eine verdammt markante, sondern auch eine passende Stimme hat, wenn es darum geht, Thriller zu tragen.
Steck erweist sich durchweg als Glücksgriff. Er haucht den Figuren Leben ein, variiert den Tonus seiner Stimme entsprechend und lässt auch den hier und da nötigen arabischen Dialekt passend und imo (in meinen Ohren) nicht unfreiwillig komisch einfließen. Steck verleiht zudem den Emotionen der Akteure Gewicht. Er schreit, er röchelt, er flucht – und lässt durch die Authentizität den “Film im Kopf” entstehen.

Bleibt als Fazit:
Der Mann, der niemals lebte” gehört in die Sammlung eines jeden, wirklich jeden Agententhriller-Fans, der einem Schuß Realismus nicht abgeneigt ist. David Ignatius ist ein brillanter Thriller gelungen, der den Hörer in eine ziemlich ungeschönte Welt der Spionage zieht und auf tumbe Schwarz/Weiß-Malerei verzichtet.

Vorgetragen von einem verdammt gut aufgelegten Johannes Steck, avanciert “Der Mann, der niemals lebte” zu einem ungheuer intensiven “Film im Kopf”, den sich Hörbuchfans im Gesamten, Thrillerfreunde im Besonderen definitiv nicht entgehen lassen können.

 

Ein Gedanke zu “[Review] David Ignatius: Der Mann, der niemals lebte

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