[Review] Tom Angleberger: Yoda ich bin! Alles ich weiß!


Tom Angleberger: Yoda ich bin! Alles ich weiß!Tom Angleberger: Yoda ich bin! Alles ich weiß!

Gelesen von Maximilian Artajo, Maximiliane Häcke, Luca Kämmer, Finn Kirschner, Moritz Meid, Nina Mölleken, Patrick Mölleken, Hannah Schepmann, Julia Schepmann.

Veröffentlicht: Baumhaus Verlag, Lübbe Audio; 2011

2 Audio-CDs
Länge: 124 Minuten
ISBN: 978-3-8339-5232-6

Inhaltsangabe des Verlags:

Dwight gibt seinen Mitschülern plötzlich verblüffend kluge Ratschläge.  Er kann das, weil er eine Yoda-Fingerpuppe aus Papier gebastelt hat. Mit der rennt er jetzt durch die Schule – und diese altkluge Origami-Figur berät die Schüler von nun an in allerlei Fragen: Wann steht der nächsten Test an? Und wer hat die Shakespeare-Figur gestohlen? Plötzlich glauben einige an Origami-Yoda, andere meinen, es sei nur ein Stück Papier. Bald ist klar: Wer die Puppe hat, hat die Macht.  Aber ein Kind will die Wahrheit herausfinden…

Meinung:

Vorab: Mir sagte weder der Name Tom Angleberger etwas, noch hatte ich eine Idee, worum es in diesem (Hör-)Buch überhaupt ging. Wichtig war für mich: Yoda ist irgendwie dabei. Nuff said! Als Star Wars Fan, insbesondere des kleinen grünen Jedimeisters mit der eigentümlichen Satzbauweise, war für mich klar: Das Teil *musst* du hören.

Ein nerdiger Sechstklässler, ein reinrassiger Loser, taucht eines Tages mit einer Yoda-Origamipuppe in der Schule auf und diese verteilt dann reihenweise bizarre, aber im Resultat gute Ratschläge. Das Hörbuch an sich ist eine Nachbereitung dieser fiktiven Episoden, die aus der jeweiligen Sicht der verschiedenen Charaktere geschildert wird, zusammengefasst als „Untersuchung“ der Vorkommnisse.

Nun muss man fairerweise vorab sagen: Wer hier eine Star Wars-lastige Erzählung erwartet, der wird schwer enttäuscht sein. Angleberger hat sich die obligatorischen Probleme seiner Alterszielgruppe vorgenommen und so finden sich statt Raumschlachten oder anderweitiger SciFi-Elemente hier durchweg Probleme des (vornehmlichen Schul-)Alltags angehender Teenager. Der Origami-Yoda allerdings spricht in der Tat in der gleichen eigentümlichen Art, wie Yoda es in den ‚Star Wars‘-Filmen tat. Dazu gibt es natürlich auch jeweils kurze Erwähnungen oder Verweise auf diverse Helden der Popkultur, wie eben Yoda, Obi-Wan Kenobi, Spiderman oder Gandalf. Da kommt durchaus hier und da „Fanboy“-Feeling auf.

Die Thematiken, die Angleberger behandelt, dürften wohl so ziemlich allen 12-, 13jährigen zumindest in ähnlicher Form bekannt sein. Einen massiven Pluspunkt verzeichnet ‚Yoda ich bin – Alles ich weiß‘ dadurch, daß der Origami-Yoda für ältere eigentlich bekannte „Lebensweisheiten“ in passender Form einbringt – Pluspunkt eben deshalb, weil die Kids wohl regulär wenig empfänglich für sowas wären, da solche Tipps gemeinhin von Eltern oder Lehrern oder anderweitig „uncoolen“ Personen kommen. Dadurch jedoch, daß es hier ‚Yoda‘ macht, umschifft man eben diese Klippe der Ablehnung, denn so merkwürdig es vielleicht für Erwachsene klingen mag: Yoda dürfte für Kids und junge Teenager wohl zugänglicher sein, als wenn die „Alte“ oder der „Alte“ wieder ihre weisen Ratschläge anbringen müssen, wo in der richtigen Laune eh nach 5 Sekunden die „Ohr an Hirn“-Leitung bewusst unterbrochen wird.

Gesprochen werden die unterschiedlichen Figuren von jeweils unterschiedlichen Sprechern. Ähnlich Morton Rhues „Ich knall euch ab!“ in Hörbuchform, erweist sich die Aufteilung der jeweils unabhängigen ‚Berichte‘ an jeweils eigene Sprecherinnen und Sprecher als Pluspunkt. Unter den Namen finden sich Maximilian Artajo und Patrick Mölleken, die beide einen hervorragenden Job abliefern, doch auch die restlichen Sprecher machen ihre Sache solide bis sehr gut und man darf gespannt sein, was dieser „Nachwuchs“ in den kommenden Jahren abliefern wird.

Effektmäßig überrascht positiv, daß man beim Lesen auch auf ‚Audioanpassungen‘ setzte, so werden SMS oder Interviews via Diktiergerät (oder Handy-Aufnahme) entsprechend klanglich wiedergegeben, was ebenfalls dem Realismus verdammt gut zu Gesicht steht.

Musikalisch gibt es als Jingle ein sehr stark an John Williams‘ „Star Wars Theme“ angelegtes Stück – schade, daß es nicht tatsächlich das Original ist, aber da wäre vermutlich ein Lizenzchaos losgebrochen, denn die Lizenz von LucasArts bezieht sich ja „nur“ auf die Vorlage.

Spaßiges Gimmick am Rande: Das Booklet der CDs enthält eine Bastelanleitung für den eigenen Origami-Yoda.

Bleibt als Fazit:
Yoda ich bin – Alles ich weiß“ ist ein amüsantes, sehr liebevoll gemachtes und zeitgemäßes Hörbuch für Kids und angehende Teeanger. Es werden humorvoll Probleme des (Schul-)Alltags der Jüngeren mit ‚Lebensweisheiten‘ kombiniert, die eben durch den Fakt, daß sie von einem Origami-Yoda vermittelt werden und nicht von „uncoolen Spießern“ (Eltern etc.), durchaus auf offene Ohren bei der Zielgruppe stoßen können.
Solide bis sehr gut gelesen von mehreren Sprechern, inszeniert, diverse Verweise auf Popkultur-Ikonen, dazu Yodas seltsame Sprache, fertig ist ein Hörbuch, das vor allem bei der Zielgruppe gut ankommen wird.

 

http://www.hergehoert.de/yoda-ich-bin-alles-ich-weiss.html

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s