Fünf Freunde (94) und die Sturmflut


Cover zum Hörspiel 'Fünf Freunde (94) und die Sturmflut'Fünf Freunde (94) und die Sturmflut

Buch: Katrin McClean
Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Hilla Fitzen, Wanda Osten
Produktion: 2011, Sony Music Entertainment GmbH

 


Sprecher:

Lutz Mackensy, Ivo Möller, Jannik Endemann, Theresa Underberg, Alexandra Garcia, Andreas von der Meden, Ursula Sieg, Werner Cartano, Karin Lieneweg, Oliver Rohrbeck, Michael von Rospatt, Achim Schülke, Kai-Hendrik Möller, Lutz Herkenrath, Christian Rudolf u.a.

 

Inhaltsangabe des Verlags:

Eine Sturmflut hält Kirrin in Aufregung. Tatkräftig unterstützen die Fünf Freunde die Schutzmaßnahmen am Deich und helfen Bauer Green, der nach dem Sturm eine alte Kastenuhr vermisst. Auch aus anderen Häusern sind wertvolle Dinge verschwunden. Sind sie mit dem Sturm fortgeflogen oder stimmt etwa das Gerücht von gefährlichen Schiffsgeistern? Obwohl es in Strömen regnet, ermitteln die Fünf Freunde im gesamten Hafengebiet.

Meinung:

Mit „Fünf Freunde und die Sturmflut“ liegt eine zwiespältige Produktion vor. Wobei: Die Produktion an sich ist solide, technisch gesehen.

Der große Knackpunkt ist die erzählte Geschichte, bzw. die Glaubwürdigkeit etlicher Charaktere der Folge. Der Aufhänger ist dabei gar nicht mal verkehrt, nein, sogar großartig gewählt: Kirrin sieht sich einer Sturmflut ausgesetzt – ein Ambiente, welches den „Fünf Freunden“ verdammt gut zu Gesicht steht und vor allem Altfans der Serie gefallen wird. Das stürmische Intro wurde dann auch regelrecht zelebriert und ganz nebenbei erfahren auch die jüngeren Fans etwas sowohl von Sturmfluten an sich, aber auch über eine der wohl beständigsten Sagengestalten, den Klabautermann (nein, nicht den freundlichen Rotschopf).

Natürlich geht es im weitere Verlauf der Folge vornehmlich um Ermittlungen, denn während des Sturms haben sich einige kriminelle Dinge ereignet. Das ist man von den „Fünf Freunden“ gewohnt – doch leider gibt es einen Punkt, der die Folge wirklich massiv nach unten zieht: Eine Redseligkeit über geheime Verstecke von Erspartem, die bar jedweder Logik erscheint. Hier packt man sich als Hörer nicht nur einmal an den Kopf und fragt sich, was das soll. Problematisch wird es im Bereich Fiktion immer dann, wenn Dinge selbst im fiktiven Kontext unglaubwürdig erscheinen – genau das passiert hier leider.

Wer damit leben kann, bekommt jedoch einen durchaus spannenden „Rest“ geboten, der die Geschichte an sich zwar zu keinem Highlight, aber zu einem soliden Mittelmaßvertreter macht.

Bei den Sprechern bietet sich die gewohnt gute EUROPA-Kost. Neben den Hauptsprechern geben sich hier einige bekannte Gaststars die Klinke in die Hand, die vor allem in personae Werner Cartano und Karin Lieneweg ebenfalls nostalgische Gefühle entstehen lassen. Spaßig ist sicherlich Oliver Rohrbecks Gastauftritt: Auf der einen Seite zwar sehr gekünstelt gesprochen, auf der anderen Seite allerdings ein Fest für Fans der „Klassiker“, Rohrbeck mal wieder mit „Dick“ sprechen zu hören.

Ein Highlight für „Altfans“ aber dürfte wohl Andreas von der Meden sein, der diesmal „seinen“ Onkel Quentin nicht durchgehend als „lieben Onkel“ spricht, sondern an einer Stelle auch mal wieder an den „alten“ Quentin erinnert – und George nebst der anderen Kinder ziemlich angeht.

Die Effekte sind das große Plus der Folge: Gerade der Beginn der Folge mit Sturm und Regen – grandios. Hier bekommt der Hörer genau das geboten, was er erwartet: Unwetter deluxe.

Weniger gelungen ist allerdings die musikalische Untermalung. Einige eher klassische Stücke, dazu aber leider auch viel neue und austauschbare Musik, die zwar „da“, aber eben nicht mehr ist. In Kombination mit den starken Effekten hätte die Folge eine, wenn nicht *die* Atmosphären-Bombe werden können. So hat man leider den Vorstoß in die Referenzgruppe der „Fünf Freunde“-Folgen verpasst.

Als Fazit bleibt also ein sehr ambivalentes Hörspiel. Effekte: Top. Musik: Solala. Sprecher: Gut. Story: Mittelmaß – mit massiven Problemen bei der Logik.

Man bekommt ein solides und gut produziertes Hörspiel, das gut zu unterhalten vermag, sofern man gewillt ist, sich auf eine erschreckende (und selbst im fiktiven Kontext der Fünf Freunde nicht funktionierende) Gutgläubigkeit der Bewohner von Kirrin einzulassen. Sicherlich kein Muss, aber ein gutes Kann.

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