Fünf Freunde (7): … verfolgen die Strandräuber


Cover zum Hörspielklassiker "Fünf Freunde jagen die Strandräuber"Fünf Freunde (7) … jagen die Strandräuber

Nach dem Roman von Enid Blyton.
Regie: Heikedine Körting

Sprecher:
Lutz Mackensy, Oliver Rohrbeck, Oliver Mink, Ute Rohrbeck, Maud Ackermann, Hans Daniel, Gottfried Kramer, Harald Pages, Renate Pichler, Joachim Rake, Christian Stark, Joachim Wolff.

Inhaltsangabe des Verlags:

Die Fünf Freunde fahren gemeinsam in die Ferien. Diesmal geht es an die Küste von Cornwall. Sehr einsam liegt das Gut Tremannon, aber man sollte es nicht für möglich halten, was es in dieser Einsamkeit alles gibt! Da sind die Scheuner, die mit ihren Wagen von Gut zu Gut, von Ort zu Ort reisen und Vorstellungen in Scheunen veranstalten. Oder ein alter Schäfer, dessen Vater ein berüchtigter Strandräuber war. Dann der sehr seltsame Gutsherr und das tanzende Pferd Clopper. Es gibt auch noch einen unterirdischen, sagenhaften Strandräuberweg, einen alten halbverfallenen Turm und Lichtsignale in stürmischen, finsteren Nächten, von denen keiner weiß, von wem sie kommen. Sind es noch immer Strandräuber? Oder ist alles nur ein Spuk?

Meine Meinung:

Sommer, Sonne, Ferien. Ein oft bemühtes Szenario in Famous Five County und auch hier beschwört Enid Blyton das beliebte Flair herauf, welches von Heikedine Körting einmal mehr wunderbar umgesetzt wurde.
Die Story bietet so ziemlich alles, was man an den Fünf Freunden mag: Gute Laune, klasse Ferienflair, ein Abenteuer, welches ohne sinnlose Gewaltakte und Möchtegern-Coolness überzeugt und zudem mit einer schönen Krimi-Abenteuermischung aufwartet.

Ferien in einem küstennahen Bauernhof, auf dessen Gelände sich nachts dunkle Gestalten rumtreiben, merkwürdige Lichtsignale vom Leuchtturm und die Geschichte von einem Geist, der im Leuchtturm leben soll, bringen die Fünf Freunde auf die Spur der „Strandräuber“…

Bei den Sprechern gibt sich Europa keine Blöße. Die goldenen Hörspiel-80er in Reinkultur: Überzeugende Hauptsprecher, überzeugende Nebenrollen – mehr möchte man nicht.

Musikalisch gibt es auch nichts zu bemängeln, passendes easy listening, atmosphärisch unterstützend. Gleiches gilt für die Effekte, auch hier passt alles nahtlos zusammen, man fühlt sich tatsächlich wie am Meer und wenn die berüchtigte Riesenwelle ans Ufer klatscht, meint man wirklich schon die Gischt aus den Boxen kommen zu hören.

Bleibt als Fazit eine meiner absoluten Lieblingsfolgen der Serie, die sich nicht nur durch einen grundsoliden, spannenden Plot auszeichnet, sondern auch -oder vor allem- durch die unschlagbar starke Atmosphäre begeistern kann. Definitiv ein Klassiker, der in jeder gut sortierten Sammlung zu finden sein sollte.

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MindNapping (9): Monatana oder Eine seltsame Schleife


Cover zu "MindNapping (9): Montana oder Eine seltsame Schleife"MindNapping (9): Montana oder Eine seltsame Schleife

Idee und Buch: Astrid Meirose und Volker Pruß
Regie und Schnitt: Patrick Holtheuer
Co-Regie: Marko Peter Bachmann
Musik: Dominik und Sebastian Pobot
Mix und Mastering: Björn Korthof
Gestaltung, Layout und Fotos: Daniel Klages-Saxler

Sprecher:
Dr. Kate Manson: Anne Moll
Tim Montana / „Tom“ Togquos: Gordon Piedesack
Dave Pullman: Douglas Welbat
Claude Montana: Peter Weis
Chief Kid Douglas: Konrad Halver
Koko: Julia Fölster
Officer Holland: Gernot Endemann
Barkeeper: Sascha Rotermund
Kameramann: Leonhard Mahlich
Flughafenmitarbeiterin: Merete Brettschneider
Kellnerin: Kerstin Draeger
Sprechstundenhilfe: Sabine Schmidt-Kirchner

Inhaltsangabe des Verlags:

Kurz nachdem der bekannte Drehbuchautor Claude Montana die letzte Szene in seinem Drehbuch beendet hat, wird er tot in seinem Apartment gefunden. Mord oder Selbstmord? Während die Polizei noch ermittelt, machen sich die Erben daran, seinen letzten Wunsch zu erfüllen: Laut Testament muss das letzte Drehbuch verfilmt werden, sonst fällt das gesamte Erbe an den Indianerstamm der Blackfeet. Während der Dreharbeiten zu dem Film, in dem jeder der Erben seine Rolle hat, beginnen Fiktion und Realität, Gegenwart und Vergangenheit ineinanderzulaufen. Was geschah vor über vierzig Jahren im Leben von Claude Montana? Welche Rolle spielt ein indianischer Zwillingsmythos? Wird der Film das Rätsel um seinen Tod auflösen?


Meine Meinung:

Die Folge wird die Hörerschaft spalten, so viel ist sicher. Wer mit rekursiven Erzählungen nichts anfangen kann, dafür aber temporeiche Action und/oder „typische“ Thriller mag, wird hier sicherlich nicht glücklich. Allen aber, denen diese Erzählart zusagt, werden hier ein reines Fest vorfinden, bei dem man letztlich selbst angehalten ist, sich Gedanken über die Bedeutung zu machen – und ob man nicht selbst mit eben diesem Hörspiel Teil der Erzählung ist.

Bei den Sprechern kann man wie in bislang allen Folgen der Reihe nichts anderes sagen als „Daumen hoch“. Besonders hervorzuheben ist Peter Weis, der als Claude Montana zwar nicht den Löwenanteil an Spielzeit hat, aber in seinen Momenten einfach mit Bravour spielt. Gordon Piedesack in einer „Doppelrolle“ – großartig gemacht. Douglas Welbat: Super. Konrad Halver und Gernot Endemann: Dito. Und auch bei den Damen gibt es nur Gutes zu vermelden: Anne Moll und Julia Fölster liefern ebenfalls sehr starke Leistungen ab – was sich auch von den nicht explizit erwähnten weiteren Sprecherinnen und Sprechern sagen lässt. Einmal mehr räumt „MindNapping“ in dieser Kategorie die volle Punktzahl ab.

Effekte und Musiken, bislang ebenfalls eine Paradedisziplin der Reihe, führt diese Strecke natürlich fort. Diesmal stammt die Musik von Dominik und Sebastian Pobot und ist essentieller Bestandteil der Atmosphäre, sowohl dramaturgisch, als auch in beschreibender Funktion: Man ist nicht einfach nur „dabei“, man ist in Monatana. Dazu die wie immer passenden Geräuscheffekte, die eine realistische Klangkulisse bilden, genauso wie es für das Hörspiel angemessen ist – da gibt es nichts, aber auch gar nichts zu beanstanden.

Bleibt als Fazit:
Fans von Filmen von z. Bspl. David Lynch erwartet ein Fest von Hörspiel, das man auch gern öfters hören wird – man muß allerdings in der Lage sein, sich auf rekursive Erzählungen einlassen zu können.
Technisch wie immer erstklassig, starke Sprecherleistungen, ebenso starke Musik- und Effektuntermalung. Und mit Sicherheit ein einzigartiges Hörerlebnis, das allerdings nicht jedem „schmecken“ wird und kann.

Die drei ??? (140): Stadt der Vampire


Cover zum Hörspiel "Die drei ??? (140): Stadt der Vampire"Die drei ??? (140): Stadt der Vampire 

Erzählt von Marco Sonnleitner
Buch & Effekte: André Minninger
Redaktion: Wanda Osten
Regie & Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Morgenstern, Betty George

Sprecher:

Thomas Fritsch, Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich, Lili Draeger, Gerd Baltus, Gustav Adolf Artz, Christian Senger, Annabelle Krieg, Stephanie Kirchberger, Sascha Rotermund, Eckart Dux, Klaus Dittmann.

Inhaltsangabe des Verlags:

Eine riesige Fledermaus versetzt die Kleinstadt Yonderwood in Angst und Schrecken. Der Großteil der Einwohner hat bereits das Weite gesucht, nachdem einige Menschen mit Bissspuren und einer Menge Blut in ihren Betten erwacht sind. Justus, Peter und Bob haben noch nie an Vampire geglaubt. In diesem neuen Fall jedoch scheint es, als müssten die drei berühmten Detektive aus Rocky Beach ihre Meinung ändern…

Meine Meinung:

Die drei ??? verschlägt es diesmal in ein Kaff, das langsam aber sicher zu einer Geisterstadt wird, weil ein Vampir die Bewohner angreift und die meisten Einwohner vorsorglich das Weite suchen.
Das klingt spannend, ist es allerdings nicht durchgehend, denn leider zieht sich die Folge an manchen Stellen ziemlich – die knapp 80 Minuten Spielzeit sind auf jeden Fall zu viel. Das heißt allerdings nicht, daß die Folge zu einem Schnarchfest verkommt – das auf keinen Fall, denn wenn es spannend wird, dann richtig. Die klassische Kombination aus scheinbar übernatürlichem Element, welches geschickt genutzt wird um ein ganz weltliches Verbrechen zu übertünchen, steht auch der „Stadt der Vampire“ gut zu Gesicht und es gibt auch die eine oder andere Härte in der Folge. Das größte Plus dieser Folge ist allerdings die Atmosphäre, worauf weiter unten noch eingegangen wird.

Zu den Sprechern muß man nicht mehr viel sagen: Routine für Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich, da geht nichts schief – einzig Peters Ängstlichkeit wirkt an einigen Ecken schon fast unfreiwillig komisch, was man allerdings weniger Jens Wawrczeck, als vielmehr Autor Marco Sonnleitner ankreiden müsste, der den zweiten Detektiv hier oftmals fast zu einer Karikatur seiner selbst werden lässt.
Ansonsten mischen sich hier munter altbekannte und jüngere Namen. Fans der Serie werden Klaus Dittmann, Eckard Dux und Gerd Baltus aus etlichen „Drei ???“-Folgen kennen und wie gewohnt gibt es durchgehend gute Leistungen. Erwähnenswert ist diesmal aber sicherlich Lili Draeger – eine astreine Leistung.
Zu Christian Senger, Annabelle Krieg, Sascha Rotermund, Stephanie Kirchberger und Gustav-Adolf Artz kann man es ebenfalls kurz machen: Alles im grünen Bereich.

Effekte und Musik – damit wären wir bei obig genannter Stärke der Folge, der Atmosphäre. In dieser Beziehung punktet die Folge richtig. Eine der seltenen *richtig* großartigen Atmosphärenbomben der neueren Folgen – hier kann man nicht weniger geben als zwei Daumen nach oben.

Bleibt als Fazit eine ambivalente Folge. Die Story zieht sich und ist mit rund 80 Minuten Laufzeit erheblich zu lang. Gleichzeit verfügt sie jedoch über einige wirklich verflucht spannende Momente und eine großartige Atmosphäre, so daß man über die Längen fast hinwegsehen mag, wenn man sich auch mit „nur“ atmosphärisch starken Hörspielen anfreunden kann. Die Sprecher liefern gute Jobs ab, einzig die Rolle des Peter Shaw mutet ‚dank‘ der Charakterisierung durch Autor Marco Sonnleitner bei den „Angstmomenten“ an wie eine Karikatur seiner selbst. Musik und Effekte hingegen sind schlicht eine Granate und hier punktet die Folge richtig.
Fans werden ohnehin zugreifen und wer „nur“ ein atmosphärische hervorragendes Hörspiel möchte, wird ebenfalls sehr gut bedient. Erwartet man jedoch eine durchgehend spannende Story dazu, wird es schon kritischer – die bekommt man nämlich nicht geliefert. Somit bleibt eine Folge, die summa summarum gut ist, aber nicht zur Spitzenklasse zählt.

MindNapping (7): Das Geschwür


Cover zu MindNapping (7): Das Geschwür.MindNapping (7): Das Geschwür
Idee und Buch: Raimon Weber
Regie: Patrick Holtheuer
Musik, Mix, Mastering: Marcel Schweder
Audionarchie e.K., 2012

 

Sprecher:
Pete Glover: Gordon Piedesack
Sandy Glover: Sylvie Nogler
Ian Glover: Robert Missler
Randolph Schuster: Wolf Frass
Pfarrer Neergard: Konrad Halver
Frank Hagen: Gernot Endemann
Vizegouverneur Larsen: Douglas Welbat
Barkeeper Hank: Sascha Rotermund
Radiomoderator Bob: Tammo Kaulbarsch
Avril Gunderson: Julia Fölster
Soldat mit Megaphon: Leonhard Mahlich
Automatenstimme am Telefon: Merete Brettschneider
Nackter Irrer: Patrick Holtheuer

Inhaltsangabe des Verlags:

Der Winter kam früh. Sogar für North Dakota.
Der Schnee nahte unaufhaltsam aus nordöstlicher
Richtung. Ich konnte ihn bereits spüren. Himmel und Horizont verschmolzen zu einem diffusen Grau. Die sichtbare Welt schrumpfte auf wenige Quadratkilometer. Ich stand auf meiner Veranda und dachte darüber nach, dass meinem Heimatort Easthope mal wieder eine harte Zeit bevorstand.
Ich sollte mich irren: Es würde unerträglich werden. Mit dem Schnee zog das namenlose Grauen in die Stadt ein. Und niemand war da, um uns zu retten.

Meine Meinung:

Wer in den späten 70ern und 80ern aufwuchs, wird sicherlich kaum an John Carpenter vorbei gekommen sein. „Die Klapperschlange“, „Halloween“, „Das Ding aus einer anderen Welt“, „The Fog“, „Das Philadelphia-Experiment“ waren Filme, die aus dem menschenscheuen Regisseur eine Stilikone machten. Und genau in diese Richtung geht „Das Geschwür“, und zwar nicht nur von der Geschichte her, für die nach „Die 9mm-Erbschaft“ erneut Raimon Weber gewonnen wurde, sondern als Gesamtwerk.
Die Story an sich bietet Freunden von Verschwörungs- und Zivilisationsuntergangsszenarien einen Gourmetgang im Gesamten, Fans von Filmen wie „The Crazies“, „Salvage – Die Epidemie“ & Co. im Besonderen. Weber versteht es einmal mehr, eine per se schon bedrohliche Geschichte zu einem atmosphärischen Trip der Sonderklasse werden zu lassen – packend bis zur wortwörtlich letzten Sekunde. Dabei beschränkt er sich wieder auf eine recht kleine Gruppe von Charakteren, die sich in einem Netz aus Wahnsinn wieder finden und mit den „Auflösungserscheinungen“ der Gesellschaft zurecht kommen müssen. Dazu noch ein ordentlicher Schuß Verschwörungsthriller und fertig ist eine, wenn nicht gar die bislang beklemmendste Story in der Reihe.

Bei den Sprechern bleibt alles wie gewohnt im verdammt guten Bereich. Gordon Piedesack fungiert hier als Ich-Erzähler sowohl als eben dieser Erzähler, als auch als Charakter – die Übergänge sind fließend und insgesamt verleiht es der Figur des Pete Glover eine deutlichere Tiefe, als wenn man es mit einer regulären Erzähler-Charakter-Trennung zu tun hätte. Schlicht beeindruckend ist Douglas Welbat als Vizegouverneur Larsen – wenn ich Wahnsinn sage, ist das wortwörtlich so gemeint: Vor solchen Leistungen ziehe ich meinen (virtuellen) Hut. Explizit erwähnen muß man auch Wolf Frass, der hier eine Glanzleistung als „der nette Mann von nebenan“ abliefert: Glovers Nachbar wird Dank Frass zu einem extrem starken, bedrohlichen Element der Geschichte.
Der „Rest“, darunter fallen Sylvie Nogler, Robert Missler, Konrad Halver, Sascha Rotermund, Tammo Kaulbarsch, Julia Fölster, Leonhard Mahlich, Merette Brettschneider und Patrick Holtheuer selbst als „nackter Irrer“, liefet ebenfalls sehr starke Leistungen ab, die den Hörer vergessen lassen, daß es sich „nur“ um ein Hörspiel handelt. Kurz gesagt: Verdammt stark.

Musik und Effekte.
John Carpenter wurde bereits erwähnt – auch, daß „Das Geschwür“ eben nicht nur von der Geschichte her, sondern als Gesamtwerk in seiner Tradition steht. Das gilt für die Musik besonders – Marcel Schweders minimalistische Stücke, die mit ihren analogen Synthsounds die späten 70er, frühen 80er Jahre wieder auferstehen lassen schaffen eine in der Reihe bislang einmalige Atmosphäre.

Fazit:
Mit „Das Geschwür“ liegt der perfekte John Carpenter Film für die Ohren vor. Raimon Weber hat eine, für mich sogar die bislang beste „MindNapping“-Story vorgelegt, welche von einem superben und verdammt gut aufgelegten Sprecherensemble gespielt und von einem wahren Hammer von musikalischer und Effektuntermalung in die gehörte Realität geholt werden. Der bislang stärkste Eintrag in der Reihe „MindNapping“. Go get it!

MindNapping (8): Der schwarze Vogel


Cover zu MindNapping (8): Der schwarze VogelMindNapping (8): Der schwarze Vogel
Idee und Buch: Franjo Franjkovic
Regie: Patrick Holtheuer
Musik: Sebastian Pobot
Audionarchie, 2012
Sprecher:

Chloe Watson: Kerstin Draeger
Aron Watson: Oliver Böttcher
Coon: Gernot Endemann
Mia: Mia Diekow
Schwester Kate: Sabine Schmidt-Kirchner
Zuhörer: Klaus Dittmann

Inhaltsangabe des Verlags:

Nach dem Erfolg ihres Debütromans taumelt die Autorin Chloe Watson in eine tiefe Krise, denn ihre zweite Erzählung wird von den Kritikern und der Leserschaft verrissen. Ihr Absturz in die Bedeutungslosigkeit ist vorprogrammiert, doch dann entdeckt sie bei einem Spaziergang die Leiche einer jungen Frau. Wäre das nicht der perfekte Aufhänger für einen neuen Roman? Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln. Ein fataler Fehler…

Meine Meinung:

Einmal mehr wird das „Psycho“ bei MindNapping groß geschrieben: Franjo Franjkovics „Der schwarze Vogel“ birgt zwar für Genrekenner die Gefahr, daß man recht schnell ahnt, wie der Hase läuft, doch bietet das Script eine andere große Stärke: Atmosphäre. Die Geschichte an sich ist eine Achterbahnfahrt durch Wahn (oder nicht Wahn?), Intrigen, Realitätsverlust – kurz: durch die Psyche.

Getragen wird das Hörspiel hautpsächlich von Kerstin Draeger, die die Rolle der Chloe Watson sehr gut rüber bringt. Der dubiose Mr. Coon wird von Gernot Endemann ebenfalls überzeugend gespielt und auch Oliver Böttcher als Chloes Lebenspartner gibt eine gute Figur ab.
Mia Diekow trägt einen weiteren wichtigen Part und vermag ebenfalls zu überzeugen. Und zuletzt sei noch Klaus Dittmann erwähnt, der in einer kurzen Szene zu Beginn mal richtig schön granteln darf.

Effekte und Musik sind seit Beginn der Reihe eine absolut Stärke und auch Sebastian Pobots musikalische Untermalung gliedert sich nahtlos ein. Zusammen mit den Effekten bietet die Folge eine absolut großartige Atmosphäre.

Als Fazit kann einmal mehr nur eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen werden. „Der schwarze Vogel“ mag diesmal von der Geschichte her nicht ganz in der Spitzenklasse mitspielen, von der Atmosphäre her dafür umso mehr. Gespielt von überzeugenden Sprechern und begleitet von einer extrem starken Musik- und Effektuntermalung, sei die Folge vor allem Fans von Psychothrillern à la „Dédales“ ans Herz,bzw. Ohr gelegt. Und wer per se atmosphärisch starke Hörpsiele, zudem mit Thriller- und Verschwörungseinschlag mag, sollte ebenfalls zugreifen und reinhören.

Mord in Serie: Das 12. Opfer


Das Cover zu "Mord in Serie: Das 12. Opfer"Mord in Serie: Das 12. Opfer
Buch: Markus Topf
Konzept & Regie: Christoph Piasecki
Sounddesign & Musik: Konrad Dornfels
Cover & Design: Kito Sandberg
Produktion: © & ® Contendo Media GmbH

Sprecher:
Lisa Wagner – Uta Dänekamp
Nora Winkler – Katja Brügger
David Kühn – Sascha Rotermund
Viktor Haas – Jan-David Rönfeldt
Ahmed Yilmaz – Martin May
Rolf Clemens – Konrad Halver
Emma Wagner – Marion von Stengel
Jaron Raymann – Gordon Piedesack
Richter Büscher – Wolf Frass
Sekretärin – Reinhilt Schneider
Kellner – Stephan Chrzescinski
Juristin – Christine Pappert
Gegenüberstellungen – Patrick Bach, Rüdiger Schulzki
Polizisten – Ursela Monn, Frank Otto Schenk, Mathis Landwehr
Abspann – Martin Sabel
Inhaltsangabe des Verlags:

Diese Nacht wird Lisa Wagner niemals vergessen. Eigentlich wollte die junge Frau mit ihrer Schwester Emma auf einer Party über den Dächern Frankfurts ausgelassen feiern. Stattdessen findet sie sich in einem dreckigen Kellerverlies wieder und wird Zeuge, wie ihre Schwester brutal ermordet wird. Doch der wahre Albtraum beginnt erst nach ihrer Flucht. Emmas Mörder ist schnell gefunden, doch die Beweise reichen für eine Verhaftung nicht aus. Für Lisa wird es Zeit, selbst etwas zu unternehmen. Mit dem charismatischen Staatsanwalt und der engagierten Mordermittlerin heftet sie sich an die Fersen des Täters und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur.

Meine Meinung:

Um es Neugierigen gleich vorweg zu sagen: Contendo Media gibt mit dem „12. Opfer“ einen Bomben-Einstand in die neue Reihe „Mord in Serie“ – und während anderswo gern schon mal Geschichten aufgeblasen werden, damit auch ja 2 CDs rausspringen, besinnt man sich hier auf die Stärken „alter“ Hörspiele: Kurz, knapp, ohne Längen. Gut, eine Stunde beansprucht „Das 12. Opfer“ schon, aber es ist keine Minute Langeweile auf dem Silberling.
Markus Topf erfindet das Genre nicht neu (woher diese irrsinnige, aber mittlerweile fast zwingende Erwartungshaltung bei vielen Hörern kommt, entzieht sich meiner Kenntnis), versteht es indes den Spannungsbogen von Beginn an aufrecht zu erhalten und spickt die nicht ganz so neue „Täter wird gestellt, aber entlassen, weil…“-Thematik mit einigen bösen Wendungen. Ganz ehrlich? Ich brauche nicht mit jedem Hörspiel den Neubeginn des Genres – ich bin mit verdammt guter Unterhaltung auch zufrieden, und genau das bietet die Story.
Zimperlich geht es dabei genregemäß nicht zu – in meinen Augen, bzw. Ohren ein gutes Zeichen, denn es belegt, daß man das Genre und die Fans ernst nimmt und nicht alles schön auf Stromlinienförmigkeit bürstet.

Bei den Sprechern findet man haufenweise klangvolle und vielversprechende, sowie altbekannte Namen, egal ob es Katja Brügger, Konrad Halver, Gordon Piedesack, Wof Frass, Reinhilt Schneider, Sascha Rotermund, Martin May, Marion von Stengel, Patrick Bach, Rüdiger Schulzki oder Stephan Chrzescinski sind – oder eben die beeindruckende Uta Dänekamp als Protagonistin. Und man kann es kurz und knapp machen: Unter der Regie Christoph Piaseckis liefern alle eine hervorragend Leistung ab und das ist für das Funktionieren der „fiktiven Realität“ unabdingbar. Gerade Katja Brügger, die vielen Fans der Macabors-Hörspiele von EUROPA wohl noch als rassige Carminia Brado im Gehör ist, überzeugt hier als Mordermittlerin Nora Winkler auf ganzer Spur. Und daß Jan-David Rönfeldt überzeugend *richtig* fiese Typen spielen kann, weiß man spätestens seit „Darkside Park“ (und er war bei den „Animorphs“ doch immer soooo nett :)).

Musik und Effekte – beides im absoluten Top-Bereich. Gerade die Party-Stimmung am Anfang kommt verflucht gut rüber – Danke an Contendo Media, daß der Party-Track, ein großartiger Synthpop-Track in Reinkultur, als Bonus auf der CD zu finden ist. Realistisch, packend und punktgenau eingesetzt, bieten sowohl die Musiken (packend und punktgenau), als auch die Effekte (realistisch und punktgenau) die nahezu perfekte Untermalung.

Bleibt als Fazit:
Rausgehen. Kaufen. Jetzt! „Das 12. Opfer“ ist ein Traum von einer Einstandsfolge, die sich kein Thrillerfan entgehen lassen sollte. Eine spannende, kurzweilige Geschichte aus der Feder von Markus Topf wird von bekannten Namen der Hörspielbranche packende gespielt und von starken Musik- und Effektuntermalungen unterstützt.
Auftakt wunderbar geglückt – und damit dann auf zu Folge 2.

Contendo Media bringt „MORD IN SERIE“


Cover zu "Mord in Serie" von Contendo Media. Autor: Markus Topf.Contendo Media bringt bei Delta Music „Mord in Serie“.
Autor Markus Topf verriet bei Facebook:

Mord in Serie„, die neue Hörspielreihe des Verlags Contendo Media, erscheint ab dem 02.07.2012 im Vertrieb von Delta Music. Die ersten drei Folgen „Das 12. Opfer„, „Wolfsnacht“ und „Die schwarzen Witwen“ stammen allesamt aus meiner Feder und sind hochkarätig besetzte Thriller.

Als Sprecher werden unter anderem Sascha Rotermund, Ursela Monn, Johannes Raspe, Annina Braunmiller, Claudia Urbschat-Mingues und Santiago Ziesmer zu hören sein.