Jack Slaughter: Bedrohung aus dem All


Cover zu Jack Slaughter: Bedrohung aus dem All

© Universal Music Family Entertainment

Jack Slaughter: Bedrohung aus dem All.

Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richter & Nikola Frey
Musik, Arrangements, Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren: Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork: Alexander Lux, torius
Product Management: dp

SPRECHER:
Till Hagen, David Nathan, Sven Plate, Simon Jäger, Arianne Borbach, Andy Matern, Dietmar Wunder, Michael Pan, Lutz Mackensy, Thomas Nero Wolff, Ulrike Stürzbecher, Gisela Fritsch, Lutz Riedel, Delphin Mitzi, Klaus Dieter Klebsch, Rainer Fritzsche, Cathleen Gawlich, Fang Yu

INHALTSANGABE DES VERLAGS:

Ein Meteorit ist in Jacksonville eingeschlagen. Die Regierung versucht etwas zu vertuschen. Als nach und nach die Kämpfer für das Gute nicht mehr sie selbst sind, wird eines klar: Die Körperfresser sind gelandet! Nur Bob, der eigentlich Robert Stark heißt und ein erfahrener Weltraum-Cop ist, kann die Gefahr aus dem Weltraum abwenden. Doch reicht ein einzelner Mann aus, um gegen eine ganze Armee von Gehirnsoldaten anzutreten?

MEINUNG:

Die Affen sind los. Jacksonville sieht sich in dieser Episode einer heimtückischen Invasion aus dem All gegenüber – die Körperfresser in Hörspielform sozusagen. Vorab sei erwähnt, daß in diesem Punkt auch genau das Hauptproblem mit dieser Folge liegt: Wer auf die serientypische Horror-Satire wartet, wartet vergebens. Denn ja, es sind natürlich die bekannten Charaktere dabei, aber nein, auf die  Veralberung typischer Grusel- und Horrorklischees wartet man hier vergebens. Statt dessen entpuppt sich die Episode als waschechte SciFi-Karikatur. Wer also auf klassische Slaughter-Kost hofft, wird hier massiv enttäuscht sein.
Wer jedoch mit diesem Genreumschwung kein Problem hat und den sehr speziellen Slaughter-Humor mag, wird von den aberwitzigen Anspielungen auf Genreklassiker erstklassig unterhalten.

Damit dann aber ab zu den Sprechern. Hier kann man es kurz machen: Gewohnt gut.   Besonders gelungen ist meiner Meinung nach der Auftritt Dietmar Wunders als Bobs „sprechfähige“ Version Robert „Bob“ Stark, der hier bewußt einen auf Daniel-Craig-007 macht. Auch Sven Plate als garstiges Äffchen General Wilson darf nicht unerwähnt bleiben. Er macht aus dem Kapuzineräffchen ein herrlich fieses Mistvieh – im positivsten Sinne des Wortes.

Musik und Effekte bieten die gewohnt schräge, dennoch passende Geräuschkulisse und Untermalung, wie sie derzeit wohl nur bei Slaughter funktionieren kann.

So bleibt am Ende ein zwiespältiges Produkt: Slaughter-Puristen, die Horror- und Gruselelemente parodiert hören möchten, werden mit „Bedrohung  aus dem All“ sicherlich nicht glücklich, da genau diese Elemente fehlen und selbst Professor Doom zu einer Nebenfigur degradiert wird.
Wer allerdings Gefallen an SciFi-Persiflagen und dem typischen Jack-Slaughter-Humor findet, kann hier ohne Probleme zugreifen, denn spaßig und gut produziert ist die Episode allemal.

Don Harris: Dämonicus


Don Harris (9): DämonicusDon Harris (9) – Dämonicus
Ein Hörspiel von Oliver Döring nach dem Roman von Jason Dark

Buch: Gerry Streberg und Oliver Döring
Regie: Oliver Döring
Sounddesign & Schnitt: ear2brain productions
Produktion: WortArt/ AS Hörspiel GmbH
Realisation: Pe Simon
Illustration: Vladimir Bondar
Artworkgestaltung: Friedemann Weise
Product Management: dp
Musik: Universal Publishing Production Music GmbH

= = = = = INHALTSANGABE DES VERLAGS = = = = =

Aus einem archäologischen Institut in London wurde eine kostbare Statue gewaltsam entwendet. Der sogenannte „Dämonicus“ gilt als einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Funde überhaupt. Dabei konnte seine wahre Bedeutung bislang, trotz umfassender Untersuchungen, nicht enthüllt werden.
Don Harris’ Nachforschungen ergeben, dass von dem griechischen Artefakt eine tödliche Gefahr ausgeht. Der „Dämonicus“ dient offenbar als eine Art Gefäß und enthält Blutreste der legendären Medusa …

= = = = = MEINUNG = = = = =
Der Don haut wieder auf den Putz. Nach seinem großartig inszenierten Kampf gegen die Triaden, geht es hier direkt weiter: „Dämonicus“ wartet mit einer kurzweiligen Story auf, in der Jason Dark die nahezu perfekte Mischung aus Action und Grusel trifft. Mit einem hohen Erzähltempo jagt der Geheimagent nicht nur durch düstere die britische Pampa und Laborkomplexe, sondern vor allem durch eine zeitgemäße Adaption der Frankenstein-Thematik. Dazu gewährleistet viel Action, daß die Folge nicht eine Sekunde Langeweile aufkommen lässt.

Bei Sprechern, Musik und Effekten mache ich es diesmal kurz: Wie immer Premiumklasse. In der „Kino für die Ohren“-Liga spielt man seit Anbeginn ganz oben mit und der „Dämonicus“ zeigt vortrefflich, warum. Die Rasanz der Geschichte wird nahtlos in die Geräuschkulisse übersetzt, während sich sowohl die Haupt-, als auch die Nebensprecher keine Blöße geben und -wie immer- Spitzenleistungen abliefern.

Als Fazit bleibt:
Auf Grund des „roten Fadens“ der Hintergrundgeschichte sicherlich keine Einstiegsfolge in die Serie, aber ein brachial guter Eintrag, der einmal mehr zeigt: Don Harris ist und bleibt in der Topliga der Actionhörspiele. Absolute Hörempfehlung!

[Review] Don Harris (7): Drei Gräber in Sibirien


Don Harris - Psycho-Cop (7): Drei Gräber in SibirienDon Harris (7): Drei Gräber in Sibirien

Buch: Gerry Streberg und Oliver Döring
Regie: Oliver Döring
Sounddesign & Schnitt: ear2brain productions
Produktion: WortArt/ AS Hörspiel GmbH
Realisation: Pe Simon
Illustration: Vladimir Bondar
Artworkgestaltung: Friedemann Weise
Product Management: dp

Sprecher:
Douglas Welbat, Dietmar Wunder, Claudia Urbschat-Mingues, Bernd Rumpf, Torsten Michaelis, Marion von Stengel, Engelbert von Nordhausen, Martin Keßler, Viktor Neumann,  Rainer Fritzsche, Jan Spitzer, Tobias Kluckert, Nico Sablik, Detlef Bierstedt, Philipp Schepmann, Martin May, Boris Tessmann u.a.

Inhaltsangabe des Verlags:

Alan Bancroft, ein erfolgreicher Journalist und inoffizieller Informant des MI6 und der ESI, verschwindet spurlos während seiner Recherchen über Grigori Rasputin in Sibirien.

Mit der Hilfe von Larissa Chamova, einer russischen FSB-Agentin, soll Don Harris aufklären, was mit dem Verschollenen geschehen ist. Das letzte Lebenszeichen Bancrofts liefert Harris nur wenige Hinweise: Rasputin und die Höllensöhne. Die Suche führt sie in ein entlegenes Kloster nahe dem sibirischen Bergdorf Mutow. Es birgt ein unheilvolles Geheimnis, das die ganze Welt verändern könnte …

Meinung:

Nach einer extrem langen Pause geht es mit dem „Psycho-Cop“ Don Harris endlich weiter.

Direkt positiv zu vermerken: Der Don ist nach wie vor ein Garant für ordentliche Action mit einfach gestrickten, allerdings ungemein kurzweiligen Plot. Die Jagd auf die „Höllensöhne“ geht weiter und selbige verfolgen selbstredend nach wie vor ihre zwei Hauptziele: Das Machtpaket XXL inkl. ewigem Leben und die Fortsetzung der „Mach den Don tot“-Show, die diesmal für eine weitere praktische Fähigkeit bei eben jenem sorgt, die einigen Leuten, nun, Kopfzerbrechen bereitet.

Die Handlung an sich greift Rasputin auf, einen Trank, der angeblich ewiges Leben gewährt und der zudem Tote wieder zum Leben erwecken soll. Was sich in Kombination mit dem Autoren Jason Dark wie „Sinclair 2.0“ liest, entpuppt sich jedoch keinesfalls als Dämonenlastiges Gruselactionspektakel, sondern als reinrassiger Actionthriller. Im Kontext der Rahmenhandlung funktioniert die Folge ebenfalls und bringt diese gerade im Bezug auf Harris einen deutlichen Schritt nach vorn.

Bei den Sprechern bleibt alles wie gehabt: Oliver Döring ist und bleibt ein Garant für Sprecherleistungen, die, egal in welchem Genre er sich austobt, einfach passen und rundum überzeugen. Dazu noch eine Prise Selbstironie, die man beispielsweise aus der ebenfalls unter Dörings Regie entstandenen „John Sinclair Classics“-Serie kennt, und fertig ist das für Döring typische Rundum-Sorglos-Hollywood-für-die-Ohren Gesamtpaket.

Effekttechnisch geht es ebenfalls fett zu und wie immer sind besonders Dons Gaben, die Visionen und seine neue Fähigkeit (Spoiler: Gedankenkontrolle anderer Menschen), hervorzuheben – auch hier ist und bleibt man dank ear2brain Productions ein Vorzeigeprodukt und transportiert Blockbusterwürdige Bilder in Tonform ins Ohr.

Fazit:
Lang hat’s gedauert, doch das Warten hat sich definitiv gelohnt. Don Harris gibt auch in Folge 7 Vollgas, sowohl was die einfache, indes extrem kurzweilige Handlung, als auch die Sprecher nebst deren Leistungen und die musikalisch und effekttechnische Untermalung betrifft. SO muss moderne Action klingen.

http://www.hergehoert.de/don-harris_7_drei-graeber-in-sibirien.html

Don Harris (8): Triaden-Terror


DON HARRIS (8): TRIADEN-TERROR.
Hörspiel, 2010. Erschienen bei folgenreich.
Regie: Oliver Döring.
Sprecher:
Douglas Welbat, Dietmar Wunder, Claudia Urbschat-Mingues, Bernd Rumpf, Gerrit Schmidt-Foß, Oliver Stritzel, Tanja Geke, Martin Keßler, Thomas Petruo, F.G. Beckhaus, Helmut Krauss, Sebastian Rüger, Felix Hoffmann, Peter Flechtner u.a.

Don Harris findet in seiner Londoner Wohnung einen geflochtenen Seidenschal – eine Todesbotschaft der chinesischen Triaden?
Sein Freund Terry Sheridan rät ihm, in dieser Angelegenheit dessen Bekannte Li um Rat zu bitten. Als Harris schließlich Li aufsucht, entgehen beide nur knapp einem Anschlag. Don Harris scheint in das Fadenkreuz der Triaden geraten zu sein, die ihre bösartigen Machenschaften nicht mehr nur in Asien betreiben. Oder stecken hinter all dem die Höllensöhne…?

MEINUNG:

Nach dem mystisch angehauchten Abenteuer Don Harris’ in Sibirien, spielt die aktuelle Folge komplett in Good Ol’ London: Die ‘Höllensöhne’ nehmen von den Triaden ‘Eintrittsgeld’ nach Europa: Liegt Don Harris 6 ft. under, darf die Organisation auch in Europa agieren…
Die Hatz auf Harris entpuppt sich als schiere Tempogranate – Verfolgungen, Attentate, Entführungen, Killer – Don fliegt hier viel und vor allem wortwörtlich um die Ohren. Den Hörer freut’s, die kurzweilige Episode besticht durch hohes Tempo, hollywoodreif inszenierte Szenen, die jedem guten Actionthriller gut zu Gesicht ständen und eine gesunde Portion Härte. Im Gesamtkontext der Serie durchaus eine der besten Folgen überhaupt, die zudem über einen nicht zu verleugnenden Wiederhörwert hat.

Bei den Sprechen, ja – hm… Oliver Döring fischt mal wieder sämtliche Haare vorab aus der Suppe 🙂 – will heißen: Einmal mehr tummeln sich hier die Synchrongrößen und liefern erneut die gewohnte Professionalität ab. Das bereitet dem Hörer natürlich erneut einen extrem einfachen Zugang zu den dargestellten Charakteren – hier ist und bleibt man auf dem gewohnten Level, den man von Döring gewohnt ist. Stark besetzt, stark gesprochen – mehr kann man nicht verlangen.

Die Effekte sind ebenfalls wieder ‘top notch’. Es kracht, es knallt, die Umgebungsgeräusche lassen die Locations lebendig rüberkommen und vor allem die Stürmungssequenz der Spezialeinheit gegen Ende der Folge ist derart großartig und wuchtig in Szene gesetzt (auch wenn sie eigentlich im ‘Hintergrund’ abläuft), daß man hier einmal mehr nur den virtuellen Hut ziehen kann – man erwartet regelrecht den Kugelhagel aus den Boxen.

Als Fazit:
Folge 8, ‚Don Harris: Triaden-Terror‘, besticht -wie immer- durch einen großartigen und großartig aufgelegten Sprechercast, brilliant inszenierte Untermaltungen und Geräuscheffekte, die “Don Harris” tatsächlich zu großem ‘Action-Kino für die Ohren’ werden lassen.

Dazu noch die diesmal extremst kurzweilige Story mit Wiederhörcharakter, voila: Fertig ist eine Produktion, die zeigt, wie moderne Action in Hörspielen inszeniert werden kann. Bom-bas-tisch!

Thomas Thiemeyer: KoroNa


Cover des Hörbuchs "Korona", nach dem Roman von Thomas Thiemeyer.Thomas Thiemeyer: Korona
Gelesen von Dietmar Wunder
Argon Verlag, 2010.

6 Audio-Cds
Länge: 476 Minuten
ISBN: 978-3-8398-1053-8

Mit dem Eintreffen eines neuen Teammitglieds in Uganda beginnt für die Gorillaforscherin Imelda Walker ein Abenteuer, das ihre kühnsten Träume übersteigt. Bei einer Expedition ins Hochgebirge stößt ihr Team auf die Ruinen einer versunkenen Hochkultur, die die Forscher vor unerklärliche Phänomene stellt. Bald kann sich die Biologin der Wahrheit nicht länger verschließen: Ihr Team hat das Portal zu einer fremden Dimension durchschritten. Und für die Rückkehr ist es längst zu spät…

MEINUNG:
Was inhaltlich wie eine Mischung aus “Stargate”, “Planet der Affen”, angereichert mit einer Prise “Indiana Jones” klingen mag, entpuppt sich trotz der obig genannten Einflüsse als gänzlich eigenständiges Werk. Thomas Thiemeyer kombiniert einmal mehr fantastische Elemente mit wissenschaftlichen Phänomen und Fakten, so daß trotz aller Fantastik die Geschichte auf einem soliden Fundament aus Glaubwürdigkeit fußt und nicht in unglaubliche Fantastik abdriftet.
Die Einführung der Charaktere und der Ausgangslokalitäten benötigt ein wenig Zeit – beim Ersthören mag man dies als Schwachpunkt ankreiden. Die Stärke dieser scheinbaren Schwäche indes entpuppt sich später überdeutlich: Dadurch, daß Thiemeyer sich recht viel Zeit für die Charaktersierungen nimmt, entsteht eine für das Genre fast untypische Charaktertiefe, die natürlich durch die emotionale Bindung gerade im Abschluß umso stärker ins Gewicht fällt, als wenn man mit eindimensionalen Klischeeinkarnationen gearbeitet hätte.
Und kaum sind die Grundvoraussetzungen geschaffen, schnellt der Spannungsbogen massivst nach oben und bleibt dort bis zum Ende. Die konstant hohe Spannung wird zudem durch die “Mini-Cliffhanger” beim Wechsel zwischen den parallel laufenden Handlungen gehalten, bzw. noch weiter gesteigert.

Gelesen wird das Werk von Dietmar Wunder, der unter anderem auch Thiemeyers “Chroniken der Weltensucher” (Die Stadt der Regenfresser, Der Palast des Poseidon) las. Er nimmt den Hörer hier mit auf eine grandiose Reise – die für sich bereits ungemein packende Abenteuer-Mär gerät dank der Leistung Wunders zu einem famosen ‘Hörfilm’. Die Färbungen der einzelnen Charaktere, das Fingerspitzengefühl beim Erzählen – hier passt schlicht alles.

Als Fazit bleibt:
Eine wortwörtlich abenteuerliche Geschichte, die mit starken Charakteren und trotz genrebekannter Parallelen zu bekannten Filmthemen eigentständig und unglaublich spannend daherkommt und zum wahren CD-Turner wird.
Vorgetragen von einem spielfreudigen und rundum überzeugenden Dietmar Wunder, wird Thomas Thiemeyers “Korona” zu einem Hörbuch, das man durchaus auf den Shortlists der besten Hörbücher 2010 finden sollte. Oder kurz gesagt: Ein Traum von einem Hörbuch.