Eventbericht: Mark Brandis Planetarium-Tour 2012 (Planetarium Bochum)


Gewaltige Triebwerke dröhnen, Schotts öffnen sich mit hydraulischen Lauten, sphärische Synthieklänge, die an die gute alte Analogära erinnern – nein, wir sind nicht im 22. Jahrhundert sondern im Zeiss-Planetarium in Bochum. Es ist Donnerstag, der 17. Mai 2012, ein Feiertag, dessen Abend nun von einem akustischen und visuellen Ausflug in die phantastischen Welten von „Mark Brandis“ gekrönt werden soll.

Kuppel des Planetarium BochumBeim Betreten der Kuppel des Planetariums, die während der Vorstellung von der „Außenwelt“ abgeschlossen ist, befindet sich noch gedimmtes Licht, die neue Ausstattung verleiht der Szenerie ein futuristisches Ambiente. Rasch noch ein paar Fotos machen, einer älteren Dame neben mir versichern, daß „das jetzt hoffentlich nicht die ganzen zwei Stunden so geht“ und voila! ging es auch schon los für die gut 100 Besucher.

Eine Einleitung gibt es durch die Leiterin des Planetariums, Frau Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, die von den Hörspielen zur Buchreihe hörbar begeistert ist – nein, nicht im plumpen marketingtypischen „Hey, das müssen wir mal anpreisen hier. Alles super! Alles toll! Neue Runde.“-Stil, sondern mit echter Begeisterung. Natürlich bietet „Vorstoss zum Uranus“ auch ein nicht unerhebliches Quantum Astronomie und Frau Prof. Dr. Hüttemeister hat den Bogen vom Hörspiel- zum Astronomiebereich wunderbar geschlagen – es ist immer wieder ein Erlebnis wie sie ihre Begeisterung für „ihre“ Sterne und Planeten mit den Zuschauern und Zuhörern teilt.
Nach Ihrer Ansprache entlässt sei die Zuhörer dann ins Dunkel – das Licht wird komplett gedimmt, der Sternenhimmel an die Kuppel projiziert und Ernest D. Scott nimmt die gut 100 Zuhörer mit auf seine mit Bruchlandung gekrönte Reise zum Uranusmond „Titania“.

Publikum vor BeginnDie Kombination aus einem mit Astronomieeinschlag versehenen Science Fiction Hörspiel und den Allprojektionen über die gesamte Kuppel ist unglaublich – in Worte fassen kann man es kaum, man muß es wirklich mal selbst erleben. Dabei illustrieren die Aufnahmen das Geschehen im Hörspiel nicht, sie nehmen den Zuhörer dennoch mit auf eine Reise ins All – und das an einigen Stellen sehr dynamisch mit einer (wirklich gelungenen) Ausnahme doch recht illustrierend: In einer Szene nähern sich Brandis & Crew mit der „Hermes“ dem Mond Titania. Dieser Mond erscheint dann tatsächlich auch langsam näher kommend auf der Kuppel. „Vergrößern auf 800%“ (ich weiß nicht, ob das jetzt der genaue Wortlaut war, aber trotzdem: Ihr wisst schon, was ich meine ;)) ordnet Brandis im Hörspiel an – und genau das passiert auch auf der Kuppel.

Nachdem der im Hörspiel dramaturgisch gut platzierte Funkspruch von Brandis zur Bergung der Delta IX das Ende der ersten Folge markiert und zur 1/4 stündigen Pause überleitet, wird allerdings auch die wohl einzige Schwäche der Folge im Publikum hörbar: Einige Zuhörer bemängeln die Länge, bzw. die im ersten Teil sehr ruhige Art.

Planetarium Bochum von außenNach der Pause geht es weiter mit Teil 2 – und dieser ist mit seinem Fokus auf Brandis und seine Bergungsmission natürlich wesentlich kurzweiliger, was auch im Publikum Anklang findet. Und so endet der Ausflug in die Weiten des Alls dann auch mit positivem Zuspruch und Applaus und kurz nach 23 Uhr Erdzeit Bochum wird man wieder in die reale Welt entlassen – mit der Hoffnung, daß dies nicht das letzte Mal war, daß Mark Brandis uns mitnimmt.

Bericht: Ronny Dohmen, 24.05.2012.
Dickes Danke nochmal an Heike! 🙂 

Die Elfen (3): Königstein


Cover zu "Die Elfen (3): Königstein", folgenreich 2011Die Elfen (3): Königstein

Ein Fantasy-Hörspiel von Dennis Ehrhardt nach den Elfen-Romanen von Bernhard Hennen

 

Inhaltsangabe des Verlags:

Alfadas und sein Heer haben Albenmark erreicht – doch die Menschen sind in der Elfenfestung Phylangan alles andere als willkommen. Fürst Landoran ist überzeugt, die Festung, die einst unter dem Namen »Königstein« das Herz des Trollreichs bildete, auch ohne ihre Hilfe verteidigen zu können. Die Trolle jedoch haben es nicht darauf abgesehen, ihren Königstein zu erstürmen. Mithilfe ihrer Schamanin Skanga schicken sie einen »Geist« ins Innere, der schlimmer wütet als tausend Trolle …

Mitwirkende:

Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen HH: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Aufnahmen B: Urs Hauck und der echte Gran im Studio Konterfei, Berlin
Sprachschnitt & Sounddesign: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Sprecher:

Bernd Rumpf, Helmut Zierl, Celine Fontanges, Peter Weis, Kai-Henrik Möller,  Cathlen Gawlich, Andreas von der Meden, Kerstin Draeger, Alexander Rieß, Martin Keßler, Tilo Schmitz, Luise Lunow, Douglas Welbat, Frank Felicetti, Jan-David Rönfeldt, Thomas Petruo, Simona Pahl, Frank Gustavus, Sascha Rotermund, Dirk Hardegen, Marius Clarén, Mia Diekow, sowie Benjamin Dittrich, Dennis Ehrhardt, Janis Grossmann, Frank Gustavus, Christopher Hamann, Oliver Kalkofe, Stefan Krause, Tim Kreuer, Günter Lach, Christian Langmann, Regina Lemnitz Alexander Rieß, Thomas Schmuckert sowie der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach.

Meine Meinung:

Im dritten der auf fünf Teile ausgelegten Romanvertonung bleibt alles wie gewohnt: Die lange Laufzeit ist bis auf ein paar kurze „Ausbremser“ gut gewählt, die Story bietet alles, was das Fantasyherz begehrt und man kann sich durchaus auf die Fortsetzungen 2012 freuen.

Auch bei den Sprechern hat sich am Ergebnis nichts geändert: Eine bombastische Castingliste, aufgenommen in Hamburg und Berlin, die hält, was sie verspricht: Profileistungen. Keine Aussetzer, hier passt einfach alles zusammen.

Das Sounddesign war bereits in den beiden Vorgängern unglaublich stark, und auch hier bleibt alles konstant. ear2brain Productions überzeugen erneut mit ihrem Können und lassen Bernhard Hennens fantastische Welt klanggewaltig entstehen.

Somit bekommt auch Folge 3, Königstein, eine Empfehlung. Natürlich nicht als Einstiegsfolge, aber als großartig produzierte Folge in einer rundum soliden Reihe. Einmal mehr: Fantasyfans kommen hier nicht umhin!

 

Die Elfen (2): Firnstayns Kinder


Cover zum Hörspiel "Die Elfen (2): Firnstayns Kinder", folgenreich 2011Die Elfen (2): Firnstayns Kinder

Ein Fantasy-Hörspiel von Dennis Ehrhardt nach den Elfen-Romanen von Bernhard Hennen

Inhaltsangabe des Verlags:

Das Fjordland mit seinen menschlichen Bewohnern ist vom neu entbrannten Krieg der Trolle gegen die Elfen bisher unberührt geblieben. Das »Nichts«, eine abgrundtiefe, gefährliche Schwärze, trennt beide Welten. Dem Elfen-Schwertmeister Ollowain gelang es jedoch, das Nichts zu überwinden und die verwundete Königin Emerelle in der kleinen Siedlung Firnstayn zu verstecken.

Schon bald verbreitet sich die Kunde von der Ankunft der Fremden – und König Horsa Starkschild lässt ein Heer zusammenstellen, um den Elfen im Kampf beizustehen…

Mitwirkende:

Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen HH: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Aufnahmen B: Urs Hauck und der echte Gran im Studio Konterfei, Berlin
Aufnahmen K: Christoph Bette in den Mango-Studios, Köln
Sprachschnitt & Sounddesign: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Sprecher:

Bernd Rumpf, Helmut Zierl, Celine Fontanges, Peter Weis, Cathlen Gawlich, Kai-Henrik Möller, Annette Gunkel, Robert Kotulla, Luise Lunow, Simona Pahl, Martin Keßler, Sascha Rotermund, Dirk Hardegen, Eckart Dux, Christian Schult, Andreas Mannkopff, Dagmar Dreke, Philipp Draeger, Markus Pfeiffer, sowie Benjamin Dittrich, Dennis Ehrhardt, Janis Grossmann, Frank Gustavus, Christopher Hamann, Günter Lach, Christian Langmann, Regina Lemnitz, Alexander Rieß, Thomas Schmuckert sowie der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach.

Meine Meinung:

Noch ein wenig länger als der Erstling fällt Folge 2 aus. Mit einer Spielzeit von knapp 80 Minuten bekommt man hier in der Tat fast einen vollwertigen Fantasyblockbuster in Spielfilmlänge geboten. Und wie bei Folge 1 muß man sagen: Im Prinzip keine schlechte Idee, allerdings zieht es sich an der einen oder anderen Stelle doch ein wenig. Nicht so sehr, daß es sich wirklich störend auswirkte, aber hier mal eine Actionszene ein wenig kürzer oder ein wenig Erzählung gestrafft, das hätte dem Fluß der Handlung gut getan.

Sprechermäßig geht man erneut in die Vollen und hier bekommt der Hörspielfan tatsächlich die volle Dröhnung aus den Synchron- und Hörspielbereich. Bei der geballten Profipower sucht man natürlich vergebens nach Ausfällen, alles spielt sich im sehr guten bis überragenden Bereich ab.

Und dem steht das Sounddesign in nichts nach. Erneut gibt es die volle Breitseite und ear2brain Productions empfiehlt sich einmal mehr als Soundschmiede erster Güte.

Bleibt als Fazit:
Nach dem bereits starken Einstieg behält man den Kurs bei und serviert mit „Firnstayns Kinder“ einen gelungenen zweiten Teil der „Elfen“. Fantasyfans werden sich freuen und dürften nach dem Einstieg mit Folge 1 mit dieser Folge erneut viel Vergnügen haben.

Die Elfen (1): Der Untergang von Vahan Calyd


Cover zum Hörspiel "Die Elfen (1): Der Untergang von Vahan Calyd", folgenreich 2011.Die Elfen (1): Der Untergang von Vahan Calyd
Ein Fantasy-Hörspiel von Dennis Ehrhardt nach den Elfen-Romanen von Bernhard Hennen

Inhaltsangabe des Verlags:

Elfen, Kobolde, Feen – die Völker von Albenmark sind in Vahan Calyd zusammengekommen, um die Elfenkönigin Emerelle als Herrscherin über Albenmark zu bestätigen. Doch das Fest wird jäh unterbrochen: Die Trolle sind aus der Verbannung zurückgekehrt und legen die Stadt in Schutt und Asche!
Emerelle befindet sich auf der Flucht – in der Begleitung ihres Schwertmeisters Ollowain, der ahnt, dass es einen Verräter unter den Elfen geben muss und dass diese Nacht über das Schicksal von ganz Albenmark entscheidet …

Mitwirkende:

Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen HH: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Aufnahmen B: Urs Hauck und der echte Gran im Studio Konterfei, Berlin
Sprachschnitt: Dennis Ehrhardt, Marco Göllner und ear2brain productions
Sounddesign. Marco Göllner, Dennis Schuster und ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Sprecher:
Bernd Rumpf, Helmut Zierl, Daniela Hoffmann, Celine Fontanges, Cathlen Gawlich, Andreas von der Meden, Hasso Zorn, Tim Kreuer, Dina Kürten, Martin Keßler, Martin Sabel, Stefan Fredrich, Oliver Kalkofe, Tilo Schmitz, Luise Lunow, Douglas Welbat, Frank Felicetti, Jan-David Rönfeldt, Thomas Petruo, Simona Pahl, sowie Benjamin Dittrich, Dennis Ehrhardt, Marion Elskies, Janis Grossmann, Frank Gustavus, Christopher Hamann, Günter Lach, Christian Langmann, Regina Lemnitz, Alexander Rieß, Thomas Schmuckert sowie der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach

Meine Meinung:

Bernhard Hennens Mammutwerk „Die Elfen“ wird als Hörspiel umgesetzt. Inhaltlich dürfen sich Fantasy-Fans also auf die gesamte Bandbreite der Elfenwelt freuen, doch liegt hier auch ein leichtes Manko. Natürlich schreit ein derartiges Projekt nach einer epischen Spieldauer, doch hier und da einen Tacken „schneller“ erzählt, sowohl was die Erzählung an sich, aber auch was den Actionbereich angeht, hätten aus der Produktion sicherlich einen Kandidaten für das „Most Epic Audiobook“ gemacht. So zieht es sich allerdings ein paar mal – was sich sicherlich härter anhört als es gemeint ist.

Bei den Sprechern reicht ein Blick auf die Beteiligten – was hier aufgefahren und leistungstechnisch abgeliefert wird, ist schon extremst heftig. Egal ob es Bernd Rumpf, Daniela Hoffmann, Tim Kreuer, Andreas von der Meden, Martin Keßler, Cathlen Gawlich oder Helmut Zierl sind – und diese nur exemplarisch genannt -, hier wird schierer Bombast geliefert.

Beim Sounddesign kann man das obig genannte fast 1:1 übernehmen: Was ear2brain, Marco Göllner und Dennis Schuster hier abliefern, ist einfach gigantisch und lässt die fanstastische Welt von Albenmark lebendig werden.
Gut gelungen sind ebenfalls die Musiken von Andreas Meyer, die nicht minder passend eingesetzt werden.

Bleibt als Fazit ein wortwörtlich bombastischer Einstieg in eine neue Fantasy-Reihe, die bei keinem Genrefan in der Sammlung fehlen sollte.

[Review] Mark Brandis: Pilgrim 2000 (Teil 1 und 2)


Cover zu Mark Brandis: Pilgrim 2000 | © 2011 folgenreich / Universal Music Entertainment GmbHMark Brandis: Pilgrim 2000
Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky

Manuskript: Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Tommi Schneefuß, Thomas Weichler und Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp

SPRECHER:
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Prolog: Wolf Frass
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Lt. Konstantinos Simopoulos: Gernot Endemann
Judith: Katarina Tomaschewsky
Melchior: Klaus Sonnenschein

Teil 1:
ISBN: 978-3-8291-2436-2
Gesamtspielzeit: ca. 57 Minuten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Teil 2:
ISBN: 978-3-8291-2437-9
Gesamtspielzeit: ca. 56 Minuten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

INHALTSANGABE DES VERLAGS:

Teil 1:
2127: Commander Brandis und seine Crew sind auf der erdabgewandten Seite der Sonne. Nach Reparaturen an einer Raumstation ist die HERMES bereits auf dem Rückweg, als die Kommunikation ausfällt. Erst in 17 Tagen wird sie wieder Kontakt zur Erde erhalten. Die Nähe zur Sonne hat die Sehfähigkeiten der sechs Raumfahrer beeinträchtigt. Doch dann taucht ein seit Jahrzehnten verschollenes Generationenschiff vor ihnen auf, und Brandis ergreift die Chance, herauszufinden, ob noch jemand an Bord lebt …
Teil 2:
2127: Die HERMES ist jenseits Seite der Sonne von der Kommunikation zur Erde abgeschnitten. Mark Brandis und seine Crew haben Bewohner an Bord der PILGRIM 2000 gefunden. Ihr Rückweg zur Schleuse, an der die HERMES angedockt liegt, ist versperrt — durch ein Heer hundegroßer Ratten. Da das Generationenschiff dem Untergang geweiht ist, bleibt Brandis nur wenig Zeit, um einen zweiten Fluchtweg zu finden. Und die Ratten sind nicht die einzige Gefahr an Bord …

MEINUNG:
Ein äußerst interessante und spannende Ausgangslage: Ein scheinbar verlassenes Generationschiff, welches in wenigen Tagen in die Sonne stürzen wird. Das verspricht viel – viel Dramatik, viel Spannung. Leider jedoch hat man die Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft. Es wird beispielsweise immer wieder mal erwähnt, daß „Pilgrim 2000“ in Bälde verglühen wird, allerdings wenig dramatisch und derart beiläufig, daß gerade in diesem Punkt sehr viel Potential dieser permanenten Bedrohung verschenkt wurde. Insgesamt kommt die Geschichte in Gänze auch für bisherige „Mark Brandis“-Verhältnisse ziemlich zahm daher, auch wenn sie immer noch genügend Spannung bietet, insbesondere im zweiten Teil, um im überdurchschnittlichen Brandis-Bereich zu landen. Doch im Vergleich zu den bisher vertonten Geschichten, fällt „Pilgrim 2000“ ein wenig ab.

Sprechermäßig allerdings bleibt alles wie gewohnt: Vorzeigeensemble mit nahezu durchgehend großartigen Leistungen. Das einzige, was auffällt, ist die etwas (überraschend) hölzerne Art, mit der Gernot Endemann spricht. Ansonsten gibt es rundherum gute Leistungen zu vermelden. Michael Lott als Mark Brandis nebst seiner bekannten Crew (David Nathan als Grisha Romen, Martin Wehrmann als Iwan Stroganow, Martin Keßler als Pablo Torrente und Mira Christine Mühenhof als CORA) ihre jeweiligen Figuren gewohnt überzeugend ins Ohr bringen.
Besonders erwähnen sollte man Claudia Urbschat-Mingues, die hier eine toughe Dr. Rebecca Levy zum Besten gibt, sowie Klaus Sonnenschein als Melchior, der den dezenten Wahnsinn dieser Figur perfekt rüberbringt, ohne dabei einen klischeetriefenden „Bösewicht“ draus zu machen.

Musik und Effekte sind seit Anbeginn der Serie nicht nur innerhalb selbiger Qualitätsgarant, sondern spielen auch in der Liga der Großen in der Topregion ganz weit vorn mit. Das, was hier erneut an Effektfeuerwerken und musikalischen Untermalungen abgefeuert wird, ist schlicht und einfach Referenzklasse. Besonders beeindruckend ist die Atmosphäre des (nahezu) verlassenen titelgebenden Generationenschiffs „Pilgrim 2000“. Und Klaus Sonnenscheins „Gott-Modus“ wird sicher beim ersten Hören bei einigen für einen guten Schauer sorgen (Tip: Über ein paar richtig gute Kopfhörer genießen).

Als Fazit bleibt:
Eine gute, wenn gleich im „Brandis“-Universum ungewohnt zahme und unpolitische Geschichte wird erneut von verdammt gut aufgelegten Sprechern gespielt, bei denen lediglich Gernot Endemann etwas hölzern daherkommt. Effekte und Musiken bieten gewohnte Kost, respektive Referenzklasse. Wer auf Space-Abenteuer (und die Betonung liegt diesmal auf Abenteuer!) steht, wird mit „Pilgrim 2000“ extremst gut bedient. Wer allerding „Brandis as usual“ erwartet, könnte diesmal ein wenig „enttäuscht“ sein. Aber ein wenig Abwechslung ist auf Dauer vielleicht gar nicht mal verkehrt. Summa summarum bleibt dennoch auch hier: Verdammt gute SciFi-Unterhaltung in Referenzklasse.


[Review] Gabriel Burns (34+35): Ich weiss, was Angst ist & Das Haus der Seele


Gabriel Burns (34+35): Ich weiss, was Angst ist + Das Haus der SeeleGabriel Burns (34/35):
Ich weiss, was Angst ist
Das Haus der Seele

Idee & Konzeption: Decision Products
Regie: Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge und Volker Sassenberg
Tontechnik & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Kay Müller
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Grafik: Marion Mühlberg
Produktion: Volker Sassenberg

Veröffentlicht: Folgenreich / Decision Products, 2010

Sprecher:
Jürgen Kluckert, Hans Paetsch, Andreas Ksienzyk, Bernd Vollbrecht, Ernst Meincke, Bianca Krahl, Björn Schalla, Mario von Jascheroff, Norman Matt, Karl Schulz, Silke Super, Stefan Müller-Ruppert, Daniela Thuar.

Inhaltsangabe (34) des Verlags:

In den hölzernen Götzen-Schreinen am Ufer loderten kleine Feuer. Menschen drängten sich um eine Schar barfüßiger Priester. Ein Rauschen, wie die Schwingen eines großen Raubvogels, fiel über das Dorf. Er hatte sie gefunden …

Der Legende nach befand sich in Jangal Mandir der Zugang zur Unsterblichkeit. Hier verschwand der Strom der Seelen …

Von Schlingpflanzen halb bedeckt zeigten die Enden der Steinpritschen raubtierhafte Fratzen. Die Metallröhre mit dem Stein von Akhilesh hing an einem Ledergurt über Bakermans Schulter. Seine Hand ruhte auf dem Verschluss. Hinter den Fensternischen formten sich weitere Mönche aus dem Nassgrau der fahlen Nacht.

Inhaltsangabe (35) des Verlags:

Er lag unter herabgestürztem Schutt begraben. Regen drang durch das Loch im Dach. Und schwemmte das Blut von seiner Stirn. Das Tal hatte sich geöffnet! Die Schächte offenbarten vertikal abfallende Tunnelwände, in deren Flanken hunderte von Grabmälern eingelassen waren. Der Fahle Ort strebte seiner Erfüllung entgegen. Jangal Mandir ertrank im Tosen des Monsuns.

Die Zerstörungskraft von tausend Sonnen, gebündelt in einem menschlichen Herz. Umgeben von der Allgegenwart des Alten Feindes. Gabriel erhob sich unter den Seinen. Er war frei.

Hier … auf der anderen Seite …

Meinung:

Die Steven-Burns-freie Zeit ist vorbei und die Gesamthandlung nimmt hier endlich mal richtig Fahrt auf: In Indien kreuzen sich die Wege von Steven Burns, Larry Newman, Joyce Kramer, Cardieu, Schmidt und Bakerman wieder und es werden einige Dinge enthüllt, die man wirklich nicht mehr als “Kleinigkeiten” bezeichnen kann.

Storytechnisch muss ganz klar gesagt werden, dass Andreas Gloge auf dem besten Wege ist, die Serie zu ihrer alten Stärke zurückzuführen. Hier bekommt man einen Hochhgeschwindigkeits-Plot serviert, der nicht mit Enthüllungen geizt (die allerdings auch gleichsam teilweise für neue Möglichkeiten und Fragen sorgen), sondern der einen trotz aller Ereignisse nicht wie ein ICE überrollt, sondern die Burns-typische, sedierende Art und Weise beibehält, die sich schnell zum Markenzeichen der Serie entwickelte und im Kontext der Serie essentieller Bestandteil der einmaligen Atmosphäre ist.

Zu den Sprechern kann man einzig sagen: Hoch die Tassen! Volker Sassenberg versteht es nicht nur, großartige Namen richtig für die Rollen zu besetzen, unter seiner Regie laufen die Sprecherinnen und Sprecher auch zu Hochleistungen auf und dabei ist es egal, ob es die alten Burns-Recken Bernd Vollbrecht, Bianca Krahl, Ernst Meincke oder Björn Schalla oder Sprecher wie Mario von Jascheroff sind.

Herausheben möchte ich allerdings Jürgen Kluckert. Er hat in dieser Folge zwar auch den Part des Erzählers einmal mehr großartig absolviert, bietet indes auch eine kleine Überraschung, die ich an dieser Stelle nicht verraten möchte. Nur soviel: Gänsehaut garantiert.

Beim Sound ist und bleibt Burns eine Bank. Eine derart dichte und durchdachte Atmosphäre bekommt man selten geboten – einmal mehr kann man sich kaum der durch dieses brillante Sounddesign erschaffenen Atmosphäre kaum entziehen und wird unweigerlich in diesen düsteren Trip hineingezogen. Auch hier sei jedem Hörer angeraten, sich die Folgen auch über Kopfhörer anzuhören – was das Team um Volker Sassenberg hier erneut erschaffen hat, verdient Respekt.

Als Fazit:
Die Serie bleibt auf Kurs und hält derzeit eine gute und vor allem gut funktionierende Waage zwischen “bei der Stange halten” und Auflösungen. Vorgetragen von einem verdammt guten Sprecherensemble unter einer hervorragenden Regie, begleitet von einem Sounddesign auf höchstem Niveau, werden die Hörer hier auf einen bizarren Trip mitgenommen, den man sich gern auch mehrfach geben kann. Bitte weiter so!

http://www.hergehoert.de/gabriel_burns__34+35.html

[Review] Point Whitmark (26): Die Diener der Pest | Point Whitmark feat. Corvus Corax


Point Whitmark (26): Die Diener der PestPoint Whitmark (26): Die Diener der Pest
Nach einer Erzählung von Bob Lexington

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Decision Products
Musik: Matthias Günthert, Volker Sassenberg, Markus Segschneider & Manuel Rösler
Saltarello/Ductia/Trotto“ Interpret und Komponist: Corvus Corax (Originalversion vom Album „Inter Deum Et Diabolum Semper Musica Est“, Pica Records 1993) www.corvuscorax.de
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie und Produktion: Volker Sassenberg
Veröffentlicht: Decision Products / Folgenreich, 2009

Länge: Ca. 54 Min.
1 Audio-CD

Sprecher:
Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerritt Schmidt-Foss, Heike Weber, Engelbert von Nordhausen, Klaus-Peter Beyer, Sonja Spuhl, Olaf Reichmann, Marius Götze-Claren, Dierk Prawdzik, Gerald Paradies, Wolfgang Wagner, Rüdiger Evers, Karin Buchholz, Till Endemann

Inhaltsangabe des Verlags:

Victoria Thornton ist – in Dereks Augen – das schönste Mädchen der High School. Als sie von einer Gruppe mittelalterlicher Spielleute an ein düsteres Familienkapitel erinnert wird, stehen ihr Jay, Tom und Derek zur Seite.

Die Karte des Brandanio führt die Jungen nach Amberville und Jahrhunderte zurück in der Zeit. Gepanzerte Waffenknechte und der unheimliche Pestträger stellen sich ihnen in den Weg. Als das Krächzen der hungrigen Raben ertönt, werden Jay und Tom an den Pranger gestellt. Das Urteil ist verhängnisvoll …

Meinung:

Bereits zum sechsundzwanzigsten Mal geht es nach Point Whitmark, dem idyllischen Küstenörtchen in New Hampshire. Die Ferien brechen an und für Jay, Tom und Derek geht es nach kurzer Einführung direkt auf Reisen: Amberville steht auf dem Programm – ein Dörfchen, das ganz seinen frühen europäischen Wurzeln frönt. Hier spielt man Mittelalter, doch scheint die Grenze zwischen Spiel und Realität zu verschwimmen…

Um es vorweg zu nehmen: Die Folge lebt von der altertümlichen Atmosphäre. Die Story verkommt dabei eher zur Nebensache; man möchte fast sagen „leider“, denn hätte man hier noch eine *richtig* gute Geschichte mit ein paar mehr Wendungen oder weniger „Kommissar Zufall“ hingezaubert, die Folge hätte durchaus die beste der Serie werden können. So ist die Story leider „nur“ gutes Mittelmaß, was jedoch durch die absolut erstklassig inszenierte Umsetzung der Atmosphäre und die Lebendigkeit des Dorfes abgemildet wird.

Zu den Sprechern muss man nicht mehr viel sagen: Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper und Geritt Schmidt-Foss sind seit Jahr und Tag mit „ihren“ Charakteren vertraut – da gibt es auch diesmal nichts zu beanstanden. Dazu gesellen sich Namen wie Engelbert von Nordhausen und Gerald Paradies, die ebenfalls ihrem guten Ruf gerecht werden und vollauf überzeugen.

Erwähnenswert erscheint mir, gerade im Angesicht diverser Falschmeldungen anderer „Rezensionen“ im Netz, die Richtigstellung, daß Corvus Corax keineswegs von Corvus Corax selbst, sondern von den Synchronsprechern Marius Götze-Claren (Tritonus der Teufel) und Olaf Reichmann (Castus Rabensang) gesprochen werden. Corvus Corax selbst steuerten die Titel „Saltarello / Ductia / Trotto“ bei.

Musik und Geräuscheffekte gehen in dieser Folge eine, wenn nicht gar die stärkste bisher präsentierte Kombination ein – die Musik untermalt hier nicht nur, sie ist ob des Settings der Folge tatsächlich in den jeweiligen Szenen präsent und somit essentieller Bestandteil der vertonten ‚Realität‘, was in Kombination mit den einmal mehr vorbildlich genutzten Geräuschen durchaus angetan ist, die obligatorische „Mauer“ in die Realität zu durchbrechen, in dem die Musik nämlich selbst Teil des Geschehens wird. Ein bemerkenswerter Schachzug, der voll und ganz aufgeht!

Fazit:
Folge 26, Die Diener der Pest, untermauert einmal mehr, daß Point Whitmark eine der besten Kinder- und Jugendserien im Bereich Mystery und Krimi ist – und die schlicht brillante Umsetzung der aussergewöhnlichen Mittelalteratmosphäre, die Lebendigkeit des Dorfes, lassen durchaus über die eher durchschnittliche Geschichte hinwegsehen. Hätte man in diese noch ein wenig mehr „Pepp“ reingebracht, diese Folge hätte die beste der Serie bislang werden können. So bleibt „nur“ ein verdammt gutes Hörspiel, das von einer aussergewöhnlichen und aussergewöhnlich gut umgesetzten Atmosphäre und einem gut aufgelegten Sprecherensemble lebt – und dem ich trotz des kleinen Kratzers „Story“ gern eine Kaufempfehlung ausspreche – nicht nur für Fans der Serie, sondern für alle, die mal wieder eine gepflegte Portion Spannung und eine faszinierende Atmosphäre haben möchten.