Fünf Freunde (7): … verfolgen die Strandräuber


Cover zum Hörspielklassiker "Fünf Freunde jagen die Strandräuber"Fünf Freunde (7) … jagen die Strandräuber

Nach dem Roman von Enid Blyton.
Regie: Heikedine Körting

Sprecher:
Lutz Mackensy, Oliver Rohrbeck, Oliver Mink, Ute Rohrbeck, Maud Ackermann, Hans Daniel, Gottfried Kramer, Harald Pages, Renate Pichler, Joachim Rake, Christian Stark, Joachim Wolff.

Inhaltsangabe des Verlags:

Die Fünf Freunde fahren gemeinsam in die Ferien. Diesmal geht es an die Küste von Cornwall. Sehr einsam liegt das Gut Tremannon, aber man sollte es nicht für möglich halten, was es in dieser Einsamkeit alles gibt! Da sind die Scheuner, die mit ihren Wagen von Gut zu Gut, von Ort zu Ort reisen und Vorstellungen in Scheunen veranstalten. Oder ein alter Schäfer, dessen Vater ein berüchtigter Strandräuber war. Dann der sehr seltsame Gutsherr und das tanzende Pferd Clopper. Es gibt auch noch einen unterirdischen, sagenhaften Strandräuberweg, einen alten halbverfallenen Turm und Lichtsignale in stürmischen, finsteren Nächten, von denen keiner weiß, von wem sie kommen. Sind es noch immer Strandräuber? Oder ist alles nur ein Spuk?

Meine Meinung:

Sommer, Sonne, Ferien. Ein oft bemühtes Szenario in Famous Five County und auch hier beschwört Enid Blyton das beliebte Flair herauf, welches von Heikedine Körting einmal mehr wunderbar umgesetzt wurde.
Die Story bietet so ziemlich alles, was man an den Fünf Freunden mag: Gute Laune, klasse Ferienflair, ein Abenteuer, welches ohne sinnlose Gewaltakte und Möchtegern-Coolness überzeugt und zudem mit einer schönen Krimi-Abenteuermischung aufwartet.

Ferien in einem küstennahen Bauernhof, auf dessen Gelände sich nachts dunkle Gestalten rumtreiben, merkwürdige Lichtsignale vom Leuchtturm und die Geschichte von einem Geist, der im Leuchtturm leben soll, bringen die Fünf Freunde auf die Spur der „Strandräuber“…

Bei den Sprechern gibt sich Europa keine Blöße. Die goldenen Hörspiel-80er in Reinkultur: Überzeugende Hauptsprecher, überzeugende Nebenrollen – mehr möchte man nicht.

Musikalisch gibt es auch nichts zu bemängeln, passendes easy listening, atmosphärisch unterstützend. Gleiches gilt für die Effekte, auch hier passt alles nahtlos zusammen, man fühlt sich tatsächlich wie am Meer und wenn die berüchtigte Riesenwelle ans Ufer klatscht, meint man wirklich schon die Gischt aus den Boxen kommen zu hören.

Bleibt als Fazit eine meiner absoluten Lieblingsfolgen der Serie, die sich nicht nur durch einen grundsoliden, spannenden Plot auszeichnet, sondern auch -oder vor allem- durch die unschlagbar starke Atmosphäre begeistern kann. Definitiv ein Klassiker, der in jeder gut sortierten Sammlung zu finden sein sollte.

Fünf Freunde (94) und die Sturmflut


Cover zum Hörspiel 'Fünf Freunde (94) und die Sturmflut'Fünf Freunde (94) und die Sturmflut

Buch: Katrin McClean
Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Hilla Fitzen, Wanda Osten
Produktion: 2011, Sony Music Entertainment GmbH

 


Sprecher:

Lutz Mackensy, Ivo Möller, Jannik Endemann, Theresa Underberg, Alexandra Garcia, Andreas von der Meden, Ursula Sieg, Werner Cartano, Karin Lieneweg, Oliver Rohrbeck, Michael von Rospatt, Achim Schülke, Kai-Hendrik Möller, Lutz Herkenrath, Christian Rudolf u.a.

 

Inhaltsangabe des Verlags:

Eine Sturmflut hält Kirrin in Aufregung. Tatkräftig unterstützen die Fünf Freunde die Schutzmaßnahmen am Deich und helfen Bauer Green, der nach dem Sturm eine alte Kastenuhr vermisst. Auch aus anderen Häusern sind wertvolle Dinge verschwunden. Sind sie mit dem Sturm fortgeflogen oder stimmt etwa das Gerücht von gefährlichen Schiffsgeistern? Obwohl es in Strömen regnet, ermitteln die Fünf Freunde im gesamten Hafengebiet.

Meinung:

Mit „Fünf Freunde und die Sturmflut“ liegt eine zwiespältige Produktion vor. Wobei: Die Produktion an sich ist solide, technisch gesehen.

Der große Knackpunkt ist die erzählte Geschichte, bzw. die Glaubwürdigkeit etlicher Charaktere der Folge. Der Aufhänger ist dabei gar nicht mal verkehrt, nein, sogar großartig gewählt: Kirrin sieht sich einer Sturmflut ausgesetzt – ein Ambiente, welches den „Fünf Freunden“ verdammt gut zu Gesicht steht und vor allem Altfans der Serie gefallen wird. Das stürmische Intro wurde dann auch regelrecht zelebriert und ganz nebenbei erfahren auch die jüngeren Fans etwas sowohl von Sturmfluten an sich, aber auch über eine der wohl beständigsten Sagengestalten, den Klabautermann (nein, nicht den freundlichen Rotschopf).

Natürlich geht es im weitere Verlauf der Folge vornehmlich um Ermittlungen, denn während des Sturms haben sich einige kriminelle Dinge ereignet. Das ist man von den „Fünf Freunden“ gewohnt – doch leider gibt es einen Punkt, der die Folge wirklich massiv nach unten zieht: Eine Redseligkeit über geheime Verstecke von Erspartem, die bar jedweder Logik erscheint. Hier packt man sich als Hörer nicht nur einmal an den Kopf und fragt sich, was das soll. Problematisch wird es im Bereich Fiktion immer dann, wenn Dinge selbst im fiktiven Kontext unglaubwürdig erscheinen – genau das passiert hier leider.

Wer damit leben kann, bekommt jedoch einen durchaus spannenden „Rest“ geboten, der die Geschichte an sich zwar zu keinem Highlight, aber zu einem soliden Mittelmaßvertreter macht.

Bei den Sprechern bietet sich die gewohnt gute EUROPA-Kost. Neben den Hauptsprechern geben sich hier einige bekannte Gaststars die Klinke in die Hand, die vor allem in personae Werner Cartano und Karin Lieneweg ebenfalls nostalgische Gefühle entstehen lassen. Spaßig ist sicherlich Oliver Rohrbecks Gastauftritt: Auf der einen Seite zwar sehr gekünstelt gesprochen, auf der anderen Seite allerdings ein Fest für Fans der „Klassiker“, Rohrbeck mal wieder mit „Dick“ sprechen zu hören.

Ein Highlight für „Altfans“ aber dürfte wohl Andreas von der Meden sein, der diesmal „seinen“ Onkel Quentin nicht durchgehend als „lieben Onkel“ spricht, sondern an einer Stelle auch mal wieder an den „alten“ Quentin erinnert – und George nebst der anderen Kinder ziemlich angeht.

Die Effekte sind das große Plus der Folge: Gerade der Beginn der Folge mit Sturm und Regen – grandios. Hier bekommt der Hörer genau das geboten, was er erwartet: Unwetter deluxe.

Weniger gelungen ist allerdings die musikalische Untermalung. Einige eher klassische Stücke, dazu aber leider auch viel neue und austauschbare Musik, die zwar „da“, aber eben nicht mehr ist. In Kombination mit den starken Effekten hätte die Folge eine, wenn nicht *die* Atmosphären-Bombe werden können. So hat man leider den Vorstoß in die Referenzgruppe der „Fünf Freunde“-Folgen verpasst.

Als Fazit bleibt also ein sehr ambivalentes Hörspiel. Effekte: Top. Musik: Solala. Sprecher: Gut. Story: Mittelmaß – mit massiven Problemen bei der Logik.

Man bekommt ein solides und gut produziertes Hörspiel, das gut zu unterhalten vermag, sofern man gewillt ist, sich auf eine erschreckende (und selbst im fiktiven Kontext der Fünf Freunde nicht funktionierende) Gutgläubigkeit der Bewohner von Kirrin einzulassen. Sicherlich kein Muss, aber ein gutes Kann.