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Lieber Blogbesucher,
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hergehoert lebt – und es gibt schon etliche neue Reviews, auch zu aktuellen Produktionen u.a. der Serien Die drei ???Mark Brandis, MindNapping.

Auch die Rückkehr von Saber Rider als Hörspielserie gibt es zu feiern!

Es gibt Reviews zu Hörbüchern wie Ich bin ein Kunde, holt mich hier rausAndreas Kielings „Auf Spurensuche“.

Also: Ich freue mich auf eure Besuche auf

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Eventbericht: Mark Brandis Planetarium-Tour 2012 (Planetarium Bochum)


Gewaltige Triebwerke dröhnen, Schotts öffnen sich mit hydraulischen Lauten, sphärische Synthieklänge, die an die gute alte Analogära erinnern – nein, wir sind nicht im 22. Jahrhundert sondern im Zeiss-Planetarium in Bochum. Es ist Donnerstag, der 17. Mai 2012, ein Feiertag, dessen Abend nun von einem akustischen und visuellen Ausflug in die phantastischen Welten von „Mark Brandis“ gekrönt werden soll.

Kuppel des Planetarium BochumBeim Betreten der Kuppel des Planetariums, die während der Vorstellung von der „Außenwelt“ abgeschlossen ist, befindet sich noch gedimmtes Licht, die neue Ausstattung verleiht der Szenerie ein futuristisches Ambiente. Rasch noch ein paar Fotos machen, einer älteren Dame neben mir versichern, daß „das jetzt hoffentlich nicht die ganzen zwei Stunden so geht“ und voila! ging es auch schon los für die gut 100 Besucher.

Eine Einleitung gibt es durch die Leiterin des Planetariums, Frau Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, die von den Hörspielen zur Buchreihe hörbar begeistert ist – nein, nicht im plumpen marketingtypischen „Hey, das müssen wir mal anpreisen hier. Alles super! Alles toll! Neue Runde.“-Stil, sondern mit echter Begeisterung. Natürlich bietet „Vorstoss zum Uranus“ auch ein nicht unerhebliches Quantum Astronomie und Frau Prof. Dr. Hüttemeister hat den Bogen vom Hörspiel- zum Astronomiebereich wunderbar geschlagen – es ist immer wieder ein Erlebnis wie sie ihre Begeisterung für „ihre“ Sterne und Planeten mit den Zuschauern und Zuhörern teilt.
Nach Ihrer Ansprache entlässt sei die Zuhörer dann ins Dunkel – das Licht wird komplett gedimmt, der Sternenhimmel an die Kuppel projiziert und Ernest D. Scott nimmt die gut 100 Zuhörer mit auf seine mit Bruchlandung gekrönte Reise zum Uranusmond „Titania“.

Publikum vor BeginnDie Kombination aus einem mit Astronomieeinschlag versehenen Science Fiction Hörspiel und den Allprojektionen über die gesamte Kuppel ist unglaublich – in Worte fassen kann man es kaum, man muß es wirklich mal selbst erleben. Dabei illustrieren die Aufnahmen das Geschehen im Hörspiel nicht, sie nehmen den Zuhörer dennoch mit auf eine Reise ins All – und das an einigen Stellen sehr dynamisch mit einer (wirklich gelungenen) Ausnahme doch recht illustrierend: In einer Szene nähern sich Brandis & Crew mit der „Hermes“ dem Mond Titania. Dieser Mond erscheint dann tatsächlich auch langsam näher kommend auf der Kuppel. „Vergrößern auf 800%“ (ich weiß nicht, ob das jetzt der genaue Wortlaut war, aber trotzdem: Ihr wisst schon, was ich meine ;)) ordnet Brandis im Hörspiel an – und genau das passiert auch auf der Kuppel.

Nachdem der im Hörspiel dramaturgisch gut platzierte Funkspruch von Brandis zur Bergung der Delta IX das Ende der ersten Folge markiert und zur 1/4 stündigen Pause überleitet, wird allerdings auch die wohl einzige Schwäche der Folge im Publikum hörbar: Einige Zuhörer bemängeln die Länge, bzw. die im ersten Teil sehr ruhige Art.

Planetarium Bochum von außenNach der Pause geht es weiter mit Teil 2 – und dieser ist mit seinem Fokus auf Brandis und seine Bergungsmission natürlich wesentlich kurzweiliger, was auch im Publikum Anklang findet. Und so endet der Ausflug in die Weiten des Alls dann auch mit positivem Zuspruch und Applaus und kurz nach 23 Uhr Erdzeit Bochum wird man wieder in die reale Welt entlassen – mit der Hoffnung, daß dies nicht das letzte Mal war, daß Mark Brandis uns mitnimmt.

Bericht: Ronny Dohmen, 24.05.2012.
Dickes Danke nochmal an Heike! 🙂 

MARK BRANDIS PLANETARIUM-TOUR 2012 (Deutschland/Österreich)


Ein galaktisches Vergnügen bietet die neue „Mark Brandis“-Tour durch verschiedene Planetarien in Deutschland und Österreich, in der die beiden Hörspielfolgen „Vorstoß Zum Uranus“ ein adäquates Ambiente finden:

  • Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“ Cottbus – 02.03.2012
  • Planetarium am Insulaner Berlin – 23.03.2012
  • Astronomisches Zentrum Schkeuditz – 24.03.2012
  • Planetarium Wien – 24.03.2012
  • Planetarium Merseburg – 21.04.2012
  • Zeiss Planetarium Bochum – 17.05.2012
  • Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg – Herbst 2012 (t.b.c.)

[Review] Mark Brandis: Pilgrim 2000 (Teil 1 und 2)


Cover zu Mark Brandis: Pilgrim 2000 | © 2011 folgenreich / Universal Music Entertainment GmbHMark Brandis: Pilgrim 2000
Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky

Manuskript: Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Tommi Schneefuß, Thomas Weichler und Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp

SPRECHER:
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Prolog: Wolf Frass
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Lt. Konstantinos Simopoulos: Gernot Endemann
Judith: Katarina Tomaschewsky
Melchior: Klaus Sonnenschein

Teil 1:
ISBN: 978-3-8291-2436-2
Gesamtspielzeit: ca. 57 Minuten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Teil 2:
ISBN: 978-3-8291-2437-9
Gesamtspielzeit: ca. 56 Minuten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

INHALTSANGABE DES VERLAGS:

Teil 1:
2127: Commander Brandis und seine Crew sind auf der erdabgewandten Seite der Sonne. Nach Reparaturen an einer Raumstation ist die HERMES bereits auf dem Rückweg, als die Kommunikation ausfällt. Erst in 17 Tagen wird sie wieder Kontakt zur Erde erhalten. Die Nähe zur Sonne hat die Sehfähigkeiten der sechs Raumfahrer beeinträchtigt. Doch dann taucht ein seit Jahrzehnten verschollenes Generationenschiff vor ihnen auf, und Brandis ergreift die Chance, herauszufinden, ob noch jemand an Bord lebt …
Teil 2:
2127: Die HERMES ist jenseits Seite der Sonne von der Kommunikation zur Erde abgeschnitten. Mark Brandis und seine Crew haben Bewohner an Bord der PILGRIM 2000 gefunden. Ihr Rückweg zur Schleuse, an der die HERMES angedockt liegt, ist versperrt — durch ein Heer hundegroßer Ratten. Da das Generationenschiff dem Untergang geweiht ist, bleibt Brandis nur wenig Zeit, um einen zweiten Fluchtweg zu finden. Und die Ratten sind nicht die einzige Gefahr an Bord …

MEINUNG:
Ein äußerst interessante und spannende Ausgangslage: Ein scheinbar verlassenes Generationschiff, welches in wenigen Tagen in die Sonne stürzen wird. Das verspricht viel – viel Dramatik, viel Spannung. Leider jedoch hat man die Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft. Es wird beispielsweise immer wieder mal erwähnt, daß „Pilgrim 2000“ in Bälde verglühen wird, allerdings wenig dramatisch und derart beiläufig, daß gerade in diesem Punkt sehr viel Potential dieser permanenten Bedrohung verschenkt wurde. Insgesamt kommt die Geschichte in Gänze auch für bisherige „Mark Brandis“-Verhältnisse ziemlich zahm daher, auch wenn sie immer noch genügend Spannung bietet, insbesondere im zweiten Teil, um im überdurchschnittlichen Brandis-Bereich zu landen. Doch im Vergleich zu den bisher vertonten Geschichten, fällt „Pilgrim 2000“ ein wenig ab.

Sprechermäßig allerdings bleibt alles wie gewohnt: Vorzeigeensemble mit nahezu durchgehend großartigen Leistungen. Das einzige, was auffällt, ist die etwas (überraschend) hölzerne Art, mit der Gernot Endemann spricht. Ansonsten gibt es rundherum gute Leistungen zu vermelden. Michael Lott als Mark Brandis nebst seiner bekannten Crew (David Nathan als Grisha Romen, Martin Wehrmann als Iwan Stroganow, Martin Keßler als Pablo Torrente und Mira Christine Mühenhof als CORA) ihre jeweiligen Figuren gewohnt überzeugend ins Ohr bringen.
Besonders erwähnen sollte man Claudia Urbschat-Mingues, die hier eine toughe Dr. Rebecca Levy zum Besten gibt, sowie Klaus Sonnenschein als Melchior, der den dezenten Wahnsinn dieser Figur perfekt rüberbringt, ohne dabei einen klischeetriefenden „Bösewicht“ draus zu machen.

Musik und Effekte sind seit Anbeginn der Serie nicht nur innerhalb selbiger Qualitätsgarant, sondern spielen auch in der Liga der Großen in der Topregion ganz weit vorn mit. Das, was hier erneut an Effektfeuerwerken und musikalischen Untermalungen abgefeuert wird, ist schlicht und einfach Referenzklasse. Besonders beeindruckend ist die Atmosphäre des (nahezu) verlassenen titelgebenden Generationenschiffs „Pilgrim 2000“. Und Klaus Sonnenscheins „Gott-Modus“ wird sicher beim ersten Hören bei einigen für einen guten Schauer sorgen (Tip: Über ein paar richtig gute Kopfhörer genießen).

Als Fazit bleibt:
Eine gute, wenn gleich im „Brandis“-Universum ungewohnt zahme und unpolitische Geschichte wird erneut von verdammt gut aufgelegten Sprechern gespielt, bei denen lediglich Gernot Endemann etwas hölzern daherkommt. Effekte und Musiken bieten gewohnte Kost, respektive Referenzklasse. Wer auf Space-Abenteuer (und die Betonung liegt diesmal auf Abenteuer!) steht, wird mit „Pilgrim 2000“ extremst gut bedient. Wer allerding „Brandis as usual“ erwartet, könnte diesmal ein wenig „enttäuscht“ sein. Aber ein wenig Abwechslung ist auf Dauer vielleicht gar nicht mal verkehrt. Summa summarum bleibt dennoch auch hier: Verdammt gute SciFi-Unterhaltung in Referenzklasse.


[Review] Mark Brandis: Vorstoss zum Uranus | Survival-Drama und Space Epos


Mark Brandis: Vorstoss zum UranusMark Brandis: Vorstoss zum Uranus
(Teil 1 und 2)

Manuskript:  Balthasar von Weymarn
Sounddesign und Musik: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Thomas Weichler, Tommy Schneefuß, Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie: und Schnitt: Balthasar v. Weymarn und Jochim-C. Redeker
Product Manager folgenreich: Doerte Poschau

Veröffentlicht: Folgenreich / INTERPLANAR Produktion GbR., 2010

Sprecher:
Michael Lott, Frank Glaubrecht, Anke Reizenstein, Kai Jürgens, Martin Wehrmann, Michael Westphal, Erich Räucker, Udo Schenk, Tomasina Ulbricht, Michael Pan, Julien Haggége, Christine Mühlenhof, Cho See–Young, Simon Jäger u.a.

Vorstoss zum Uranus (1)
1 Audio-CD
Bestell-Nr. UPC 0602527138459

Vorstoss zum Uranus (2)
1 Audio-CD
Bestell-Nr. UPC 0602527138480

Inhaltsangabe des Verlags:

Commander Scott legt mit der Delta IX auf einem Uranus-Mond eine Bruchlandung hin. Eingeschlossen in einem 20 km tiefen Canyon macht sich ein Himmelfahrtskommando daran, den Notrufsender nach einem Aufstieg oberhalb des Canyons zu platzieren. Doch bereits wenige Minuten nach dem Signal reißt dieses wieder ab…

Mark Brandis wird beauftragt, den neuen Leichten Kreuzer Hermes zu testen: Mit einer Schutzmission. Er soll unbemerkt der Delta IX zum Uranus folgen und die Bedrohung einer Entführung das die Republiken abwenden…

 

Meinung:

Balthasar von Weymarn hat mit diesem Zweiteiler eine dankbare Genremischung als Vorlage erhalten – “Vorstoss zum Uranus” entpuppt sich als Survival-Abenteuer auf der einen, als rasante SciFi-Rettungsaktion mit verdammt viel Tempo auf der anderen Seite.

Während Teil 1 ein Quasi-”Gefangen im Packeis” bietet und die aussichtslose Lage der Mannschaft der havarierten Delta IX in gebührender Länge ausleuchtet und der dramatische Versuch, irgendwie auf dem lebensfeindlichen Mond des Uranus die einzige Möglichkeit der Rettung, nämlich den Notrufsender, aus einem 20 km tiefen Canyon zu bringen, geschildert wird, bei dem Mark Brandis in Person (bis auf einen Satz) nicht vorkommt, wartet Teil 2 mit einer spektakulären und in dieser Form noch nicht erlebten soundtechnischen Rettungsjagd auf, die bis zur letzten Minute dramatisch bleibt.

Die Sprecher leisten wie immer durchweg grandiose Arbeit: Michael Lott  als Mark Brandis bekommt mit Martin Wehrmann wieder Iwan Stroganow zur Seite gestellt, auch CORA meldet sich wieder zurück.
Michael Pan und Julien Haggége überzeugen ebenfalls in ihren anfangs nicht gerade gut aufeinander zu sprechenden Rollen, und auch Simon Jäger, Frank Glaubrecht und Udo Schenk liefern überzeugende Leistungen ab, so daß es an der Sprecherriege eigentlich nichts auszusetzen gäbe. Eigentlich – denn einen Punkt muss ich dennoch erwähnen, der nicht in das ansonsten einwandfreie Ergebnis passt: Ludmilla Wolska, gesprochen von Tomasina Ulbricht, wirkt in den zwar wenigen, dennoch gesamten Szenen mit ihr seltsam deplatziert. Nicht, weil ihre Stimme unangehm wäre, oh nein – es fehlt das Reinversetzen in die jeweilige Situation. So wirkt sie leider wie “nicht da” – es ist keine Dramatik in der Betonung und wirkt lediglich abgelesen.

Bei Sound, Regie, Schnitt und Musik allerdings gehen Balthasar von Weymarn und Jochim-C. Redeker erneut in die Vollen: Egal ob in der todbringenden Einsamkeit des Uranus-Mondes oder in dramatischen Momenten an Board der “Hermes”: Man fühlt sich dank des Rundum-Real-Paketes aus Sound, Schnitt und  Musik jederzeit als “blinder Passagier” mit an Board – einmal mehr kann ich lediglich sagen: Für mich derzeit das Optimum an SciFi-Inszenierung.

Als Fazit möchte ich festhalten:
Vorstoss zum Uranus“ ist fett! SciFi, aber doch ein schöner „Genre-Mix“. Während Teil 1 ein lupenreines Quasi-„Gefangen im Packeis“ fast ohne Herrn Brandis ist, wartet Teil 2 mit der für mich bis dato bestproduzierten Deep-Space Rettungsmission auf, die ich bislang gehört habe. Einzig Tomasina Ulbricht als Dr. Wolska klang abgelesen, was dem Hörspiel in Gänze jedoch keinen Abbruch tut.  Uneingeschränkte Hörempfehlung!

http://www.hergehoert.de/mark_brandis__vorstoss_zum_uranus.html

[Review] Mark Brandis: Raumsonde Epsilon | Roddenberrys dunkler Bruder


Mark Brandis: Raumsonde Epsilon (1)Mark Brandis: Raumsonde Epsilon (2)Mark Brandis: Raumsonde Epsilon (1+2)

Manuskript: Balthasar von Weymarn
Sounddesign und Musik:  Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Thomas Weichler, Tommy Schneefuß, Sven-Alexander Bluhm
Produktion, Regie: und Schnitt: Balthasar von Weymarn und Jochim-C. Redeker
Product Manager folgenreich: Doerte Poschau

Veröffentlicht: Folgenreich / INTERPLANAR Produktion GbR., 2010

SPRECHER:
Michael Lott, Julien Haggége, Christine Mühlenhof, Tomasina Ulbricht, Mark Bremer, Martin Wehrmann, Michael Westphal, Michael Pan, Wolf Frass, Gerhart Hinze, Stefan Peters, Oliver Seidler, Udo Schenk, Cho See- Young, Stefan Gossler u.a.

Raumsonde Epsilon (1)
1 Audio-CD
ISBN-Nr. 978-3-8291-2317-4

Raumsonde Epsilon (2)
1 Audio CD
ISBN-Nr. 978-3-8291-2318-1

Meinung:

Mark Brandis“ hat sich über die letzten Jahre im Hörspielbereich nicht nur einen guten, sondern einen wortwörtlich ausgezeichneten Namen gemacht. Das Team um Balthasar von Weymarn und Jochim-C. Redeker (tatsächlich Jochim, nicht Joachim) hat mit dem Segen der Witwe des Brandis-Schöpfers, Reinhild von Michalewsky, eine tatsächlich epische Serie ins Leben gerufen, die es bislang immer wieder verstand Maßstäbe zu setzen. „Raumsonde Epsilon“ steht dem glücklicherweise in Nichts nach.

Raumsonde Epsilon“ knüpft nahtlos an den vorangegangenen Zweiteiler an – allerdings muss man diesen nicht kennen, um sich zurecht zu finden. Wichtiges wird kurz erklärt, ansonsten reicht es zu wissen, daß Brandis und Crew mit einem geborgenen Schiff auf dem Rückflug zur Erde sind – alles weitere bekommt man im wahrsten Sinne des Wortes live mit.

Auch wenn der erste Teil streckenweise ein wenig lang geraten ist, entwickelt sich gerade im zweiten Teil eine tempo- und actionreiche, allerdings auch wieder für eine derartige Serie überrasched stark auf Charaktere zugeschnittene und nicht mit nachdenklich stimmenden, gesellschaftskritischen Einwürfen geizende Story, die -wenn man denn schon unbedingt das Haar in der Suppe sucht- einzig zu Beginn hätte etwas kürzer ausfallen können. Es ist aber nicht falsch zu verstehen: Gegähnt wird hier keinesfalls und in Gesamtheit bekommt das Fanherz wieder genau das, was es sich wünscht: Raumschlachten, Intrigen, politische Machtspielchen, eine gehörige Portion Drama, Gesellschaftskritik und zum Ende hin weht sogar ein Hauch eines etwas desillusionierten Gene Roddenberry durch die Geschichte.

Bei den Sprechern bleibt alles wie gehabt: Michael Lott, Martin Wehrmann, Michael Pan, Udo Schenk, Julien Haggége, Mark Bremer, fast alle liefern makellose Leistungen ab – fast, denn wie bereits beim Vorgänger kritisiert, fällt Tomasina Ulbrichts Leistung stark gegen die der anderen erwähnten ab. Es ist zwar gut, daß man Kontinuität wahrt und sie auch für diese beiden Folgen aufgenommen hat und die Szenen, in denen sie zu hören ist, sind ob ihrer Gesamtheit gut hörbar, dennoch ist diese Emotionslosigkeit, mit der der Charakter Ludmilla Wolska gesprochen, oder besser: gelesen wird ein Manko, das nicht überhört werden kann. Egal ob beim ausgelassenen Würfelspiel, in Gefangennahme oder kurz vor einer drohenden Exekution: Sie klingt immer gleich emotionslos und das ist letztlich schade, denn eine gewisse Authentizität sollte schon vorhanden sein.

Beim Sound hat sich Joachim-C. Redeker einmal mehr ausgetobt: Was dieser Mann aus Geräuschen, Soundeffekten und Musik schafft, ist für mich bislang unerreicht: „Mark Brandis“ zieht den Hörer wirklich mit ins All und obschon die Abenteuer natürlich jenseits unserer jetzigen Realität spielen, fühlt man sich doch in einer realitätsnäheren (Klang-)Welt als es manch eine Produktion, die in „unserer“ Realtität verankert ist, zu leisten vermag. Und einmal mehr schafft dieses Serie etwas bei mir, was nur verdammt selten gelingt: Gerade die Monologe Brandis‘ in Kombination mit Geräuschen und Redekers Musik sind Gänsehaut-Garanten!

Bleibt als Fazit: „F*ckin‘ epic!“
Ein etwas gestreckter Start und eine emotionslose Dr. Wolska vermögen den Gesamteindruck nicht zu schmälern: Diese Doppelfolge ist technisch erneut ein wahrer Hammer, ein Gänsehaut-Garant (nicht im Sinne von gruselig, auch nicht im Sinne von „Boah, wat schlecht“, keine Sorge) und bietet alles, wofür der Name „Mark Brandis“ steht: Summa summarum gute Story, viele im Ohr bleibende Szenen, ein großartiges Sprecher-Ensemble und ein absolut überragendes Sounddesign – SO muss Science Fiction geschrieben sein und klingen! Danke dafür.

http://www.hergehoert.de/mark_brandis__raumsonde_epsilon.html

Mark Brandis: Die Vollstrecker (Teil 1 und 2)


Mark Brandis:
Die Vollstrecker (1+2)

Manuskript: Balthasar v. Weymarn
Sounddesign und Musik: Joachim-C. Redeker
Aufnahme: Tommi Schneefuß, Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Balthasar v. Weymarn und Joachim-C. Redeker
Product Manager folgenreich: Doerte Poschau
Veröffentlicht: 2010, Folgenreich / Universal Music GmbH / INTERPLANAR Produktion GbR.

SPRECHER:
Michael Lott, Oliver Rohrbeck, Torsten Sense, Gernot Endemann, Wolf Frass, Dorothea Anna Hagena, Martin Wehrmann, David Nathan, Christine Mühlenhof, Marina Krogull,  u.a.

INHALTSANGABE/N DES VERLAGS:

2127: Der rätselhafte Rücktritt des Ministers Tschou Fang-Wu hatte die Beziehungen zwischen der Union und den Republiken nach dem Bürgerkrieg erkalten lassen. Auf INTERPLANAR XII soll nun die erste große Friedenskonferenz stattfinden. Mark Brandis ist für die Sicherheit der Delegationen verantwortlich. Doch ein Anschlag bringt die Großmächte an den Rand eines neuen Weltkriegs …
Mark Brandis‘ ehemaliger Pilot Robert Monnier steht vor Gericht: er soll den Terroristen sein Schiff, die Ares, in die Hände gespielt haben. Brandis soll nun als Vertreter der Anklage seinem alten Freund den Prozess machen. Da berichtet ein Betreuer der Homo Factus-Hilfstruppe auf der japanischen Insel Tsushima von einer Beobachtung, die enthüllt, was die »Vollstrecker« vielleicht wirklich vorhaben …

MEINUNG:

SCIENCE-FICTION HÖRSPIELE:    Brandis, Mark : Vollstrecker, Die (Teil 1 und 2).

An dieser Stelle könnte man mit dem  Review eigentlich aufhören, denn für mich ist Mark Brandis: Die Vollstrecker nicht weniger als die derzeitige Definition des Begriffs “Science-Fiction Hörspiel”.

Das beginnt bei der Story: Ein leider immer aktuelle Thema wird hier mit einer Spannung abgehandelt, die die Länge des Zweiteilers nicht nur kinoreif erscheinen, sondern auch genauso klingen lässt: Es wird sich genug Zeit für den Aufbau genommen, ohne dabei in zähe Passagen abzudriften, Action- und Thrillermomente gibt es ebenso grandiose wie die All-Ausflüge. Insgesamt gibt es von meiner Seite aus nichts, was handlungsmäßig zu beanstanden wäre – alles wird in einem verdammt guten Tempo gebracht, mal mehr, mal weniger “auf’s Gas gedrückt”, passend, rund, kurz: Auf den Punkt.

Selbiges gibt es bei den Sprechern zu vermelden: Diesmal hat man einen durch und und durch astreinen und bis in die letzte Rolle überzeugend agierenden Cast, der den dargestellten Charakteren nicht nur Leben einhaucht, sondern schlicht und einfach zeigt, wo genau die Stärken eines SPIELS liegen. Zudem werden einmal mehr Brandis’ innere Monologe auf bewegende Art und Weise von Michael Lott zum Besten gegeben werden, die Gänsehaut verursachen.

Bei den Effekten und der Musik zeigt sich ebenfalls erneut, daß Mark Brandis wegweisend ist. Wie hier sowohl an reellen Orten orientierte Settings, als auch die fiktiven Momente allein durch die Geräuscheffekte vor dem inneren Auge erscheinen, ist und bleibt einfach unvergleichlich und insbesondere in diesem Zweiteiler mit all seinen Facetten kann man nicht mehr als seinen virtuellen Hut vor einer derartigen Leistung ziehen.

“Die Vollstrecker” ist für mich die bislang beste und am besten umgesetzte Story um Mark Brandis. Hier stimmt alles, angefangen bei der abwechslungs-, tempo- und actionreichen Story mit ihren Politeinwürfen über einen in Gänze absolut überzeugenden Sprechercast hin zu den vorbildlichen Effekten und Musiken: Mark Brandis ist für mich die Definition von SciFi-Hörspielen!

Medien-Angaben:

Die Vollstrecker (1)
1 Audio-CD
ISBN-Nr. 978-3-8291-2376-1

Die Vollstrecker (2)
1 Audio CD
ISBN-Nr. 978-3-8291-2377-8