MindNapping (9): Monatana oder Eine seltsame Schleife


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Idee und Buch: Astrid Meirose und Volker Pruß
Regie und Schnitt: Patrick Holtheuer
Co-Regie: Marko Peter Bachmann
Musik: Dominik und Sebastian Pobot
Mix und Mastering: Björn Korthof
Gestaltung, Layout und Fotos: Daniel Klages-Saxler

Sprecher:
Dr. Kate Manson: Anne Moll
Tim Montana / „Tom“ Togquos: Gordon Piedesack
Dave Pullman: Douglas Welbat
Claude Montana: Peter Weis
Chief Kid Douglas: Konrad Halver
Koko: Julia Fölster
Officer Holland: Gernot Endemann
Barkeeper: Sascha Rotermund
Kameramann: Leonhard Mahlich
Flughafenmitarbeiterin: Merete Brettschneider
Kellnerin: Kerstin Draeger
Sprechstundenhilfe: Sabine Schmidt-Kirchner

Inhaltsangabe des Verlags:

Kurz nachdem der bekannte Drehbuchautor Claude Montana die letzte Szene in seinem Drehbuch beendet hat, wird er tot in seinem Apartment gefunden. Mord oder Selbstmord? Während die Polizei noch ermittelt, machen sich die Erben daran, seinen letzten Wunsch zu erfüllen: Laut Testament muss das letzte Drehbuch verfilmt werden, sonst fällt das gesamte Erbe an den Indianerstamm der Blackfeet. Während der Dreharbeiten zu dem Film, in dem jeder der Erben seine Rolle hat, beginnen Fiktion und Realität, Gegenwart und Vergangenheit ineinanderzulaufen. Was geschah vor über vierzig Jahren im Leben von Claude Montana? Welche Rolle spielt ein indianischer Zwillingsmythos? Wird der Film das Rätsel um seinen Tod auflösen?


Meine Meinung:

Die Folge wird die Hörerschaft spalten, so viel ist sicher. Wer mit rekursiven Erzählungen nichts anfangen kann, dafür aber temporeiche Action und/oder „typische“ Thriller mag, wird hier sicherlich nicht glücklich. Allen aber, denen diese Erzählart zusagt, werden hier ein reines Fest vorfinden, bei dem man letztlich selbst angehalten ist, sich Gedanken über die Bedeutung zu machen – und ob man nicht selbst mit eben diesem Hörspiel Teil der Erzählung ist.

Bei den Sprechern kann man wie in bislang allen Folgen der Reihe nichts anderes sagen als „Daumen hoch“. Besonders hervorzuheben ist Peter Weis, der als Claude Montana zwar nicht den Löwenanteil an Spielzeit hat, aber in seinen Momenten einfach mit Bravour spielt. Gordon Piedesack in einer „Doppelrolle“ – großartig gemacht. Douglas Welbat: Super. Konrad Halver und Gernot Endemann: Dito. Und auch bei den Damen gibt es nur Gutes zu vermelden: Anne Moll und Julia Fölster liefern ebenfalls sehr starke Leistungen ab – was sich auch von den nicht explizit erwähnten weiteren Sprecherinnen und Sprechern sagen lässt. Einmal mehr räumt „MindNapping“ in dieser Kategorie die volle Punktzahl ab.

Effekte und Musiken, bislang ebenfalls eine Paradedisziplin der Reihe, führt diese Strecke natürlich fort. Diesmal stammt die Musik von Dominik und Sebastian Pobot und ist essentieller Bestandteil der Atmosphäre, sowohl dramaturgisch, als auch in beschreibender Funktion: Man ist nicht einfach nur „dabei“, man ist in Monatana. Dazu die wie immer passenden Geräuscheffekte, die eine realistische Klangkulisse bilden, genauso wie es für das Hörspiel angemessen ist – da gibt es nichts, aber auch gar nichts zu beanstanden.

Bleibt als Fazit:
Fans von Filmen von z. Bspl. David Lynch erwartet ein Fest von Hörspiel, das man auch gern öfters hören wird – man muß allerdings in der Lage sein, sich auf rekursive Erzählungen einlassen zu können.
Technisch wie immer erstklassig, starke Sprecherleistungen, ebenso starke Musik- und Effektuntermalung. Und mit Sicherheit ein einzigartiges Hörerlebnis, das allerdings nicht jedem „schmecken“ wird und kann.

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MindNapping (7): Das Geschwür


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Idee und Buch: Raimon Weber
Regie: Patrick Holtheuer
Musik, Mix, Mastering: Marcel Schweder
Audionarchie e.K., 2012

 

Sprecher:
Pete Glover: Gordon Piedesack
Sandy Glover: Sylvie Nogler
Ian Glover: Robert Missler
Randolph Schuster: Wolf Frass
Pfarrer Neergard: Konrad Halver
Frank Hagen: Gernot Endemann
Vizegouverneur Larsen: Douglas Welbat
Barkeeper Hank: Sascha Rotermund
Radiomoderator Bob: Tammo Kaulbarsch
Avril Gunderson: Julia Fölster
Soldat mit Megaphon: Leonhard Mahlich
Automatenstimme am Telefon: Merete Brettschneider
Nackter Irrer: Patrick Holtheuer

Inhaltsangabe des Verlags:

Der Winter kam früh. Sogar für North Dakota.
Der Schnee nahte unaufhaltsam aus nordöstlicher
Richtung. Ich konnte ihn bereits spüren. Himmel und Horizont verschmolzen zu einem diffusen Grau. Die sichtbare Welt schrumpfte auf wenige Quadratkilometer. Ich stand auf meiner Veranda und dachte darüber nach, dass meinem Heimatort Easthope mal wieder eine harte Zeit bevorstand.
Ich sollte mich irren: Es würde unerträglich werden. Mit dem Schnee zog das namenlose Grauen in die Stadt ein. Und niemand war da, um uns zu retten.

Meine Meinung:

Wer in den späten 70ern und 80ern aufwuchs, wird sicherlich kaum an John Carpenter vorbei gekommen sein. „Die Klapperschlange“, „Halloween“, „Das Ding aus einer anderen Welt“, „The Fog“, „Das Philadelphia-Experiment“ waren Filme, die aus dem menschenscheuen Regisseur eine Stilikone machten. Und genau in diese Richtung geht „Das Geschwür“, und zwar nicht nur von der Geschichte her, für die nach „Die 9mm-Erbschaft“ erneut Raimon Weber gewonnen wurde, sondern als Gesamtwerk.
Die Story an sich bietet Freunden von Verschwörungs- und Zivilisationsuntergangsszenarien einen Gourmetgang im Gesamten, Fans von Filmen wie „The Crazies“, „Salvage – Die Epidemie“ & Co. im Besonderen. Weber versteht es einmal mehr, eine per se schon bedrohliche Geschichte zu einem atmosphärischen Trip der Sonderklasse werden zu lassen – packend bis zur wortwörtlich letzten Sekunde. Dabei beschränkt er sich wieder auf eine recht kleine Gruppe von Charakteren, die sich in einem Netz aus Wahnsinn wieder finden und mit den „Auflösungserscheinungen“ der Gesellschaft zurecht kommen müssen. Dazu noch ein ordentlicher Schuß Verschwörungsthriller und fertig ist eine, wenn nicht gar die bislang beklemmendste Story in der Reihe.

Bei den Sprechern bleibt alles wie gewohnt im verdammt guten Bereich. Gordon Piedesack fungiert hier als Ich-Erzähler sowohl als eben dieser Erzähler, als auch als Charakter – die Übergänge sind fließend und insgesamt verleiht es der Figur des Pete Glover eine deutlichere Tiefe, als wenn man es mit einer regulären Erzähler-Charakter-Trennung zu tun hätte. Schlicht beeindruckend ist Douglas Welbat als Vizegouverneur Larsen – wenn ich Wahnsinn sage, ist das wortwörtlich so gemeint: Vor solchen Leistungen ziehe ich meinen (virtuellen) Hut. Explizit erwähnen muß man auch Wolf Frass, der hier eine Glanzleistung als „der nette Mann von nebenan“ abliefert: Glovers Nachbar wird Dank Frass zu einem extrem starken, bedrohlichen Element der Geschichte.
Der „Rest“, darunter fallen Sylvie Nogler, Robert Missler, Konrad Halver, Sascha Rotermund, Tammo Kaulbarsch, Julia Fölster, Leonhard Mahlich, Merette Brettschneider und Patrick Holtheuer selbst als „nackter Irrer“, liefet ebenfalls sehr starke Leistungen ab, die den Hörer vergessen lassen, daß es sich „nur“ um ein Hörspiel handelt. Kurz gesagt: Verdammt stark.

Musik und Effekte.
John Carpenter wurde bereits erwähnt – auch, daß „Das Geschwür“ eben nicht nur von der Geschichte her, sondern als Gesamtwerk in seiner Tradition steht. Das gilt für die Musik besonders – Marcel Schweders minimalistische Stücke, die mit ihren analogen Synthsounds die späten 70er, frühen 80er Jahre wieder auferstehen lassen schaffen eine in der Reihe bislang einmalige Atmosphäre.

Fazit:
Mit „Das Geschwür“ liegt der perfekte John Carpenter Film für die Ohren vor. Raimon Weber hat eine, für mich sogar die bislang beste „MindNapping“-Story vorgelegt, welche von einem superben und verdammt gut aufgelegten Sprecherensemble gespielt und von einem wahren Hammer von musikalischer und Effektuntermalung in die gehörte Realität geholt werden. Der bislang stärkste Eintrag in der Reihe „MindNapping“. Go get it!

MindNapping (8): Der schwarze Vogel


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Idee und Buch: Franjo Franjkovic
Regie: Patrick Holtheuer
Musik: Sebastian Pobot
Audionarchie, 2012
Sprecher:

Chloe Watson: Kerstin Draeger
Aron Watson: Oliver Böttcher
Coon: Gernot Endemann
Mia: Mia Diekow
Schwester Kate: Sabine Schmidt-Kirchner
Zuhörer: Klaus Dittmann

Inhaltsangabe des Verlags:

Nach dem Erfolg ihres Debütromans taumelt die Autorin Chloe Watson in eine tiefe Krise, denn ihre zweite Erzählung wird von den Kritikern und der Leserschaft verrissen. Ihr Absturz in die Bedeutungslosigkeit ist vorprogrammiert, doch dann entdeckt sie bei einem Spaziergang die Leiche einer jungen Frau. Wäre das nicht der perfekte Aufhänger für einen neuen Roman? Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln. Ein fataler Fehler…

Meine Meinung:

Einmal mehr wird das „Psycho“ bei MindNapping groß geschrieben: Franjo Franjkovics „Der schwarze Vogel“ birgt zwar für Genrekenner die Gefahr, daß man recht schnell ahnt, wie der Hase läuft, doch bietet das Script eine andere große Stärke: Atmosphäre. Die Geschichte an sich ist eine Achterbahnfahrt durch Wahn (oder nicht Wahn?), Intrigen, Realitätsverlust – kurz: durch die Psyche.

Getragen wird das Hörspiel hautpsächlich von Kerstin Draeger, die die Rolle der Chloe Watson sehr gut rüber bringt. Der dubiose Mr. Coon wird von Gernot Endemann ebenfalls überzeugend gespielt und auch Oliver Böttcher als Chloes Lebenspartner gibt eine gute Figur ab.
Mia Diekow trägt einen weiteren wichtigen Part und vermag ebenfalls zu überzeugen. Und zuletzt sei noch Klaus Dittmann erwähnt, der in einer kurzen Szene zu Beginn mal richtig schön granteln darf.

Effekte und Musik sind seit Beginn der Reihe eine absolut Stärke und auch Sebastian Pobots musikalische Untermalung gliedert sich nahtlos ein. Zusammen mit den Effekten bietet die Folge eine absolut großartige Atmosphäre.

Als Fazit kann einmal mehr nur eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen werden. „Der schwarze Vogel“ mag diesmal von der Geschichte her nicht ganz in der Spitzenklasse mitspielen, von der Atmosphäre her dafür umso mehr. Gespielt von überzeugenden Sprechern und begleitet von einer extrem starken Musik- und Effektuntermalung, sei die Folge vor allem Fans von Psychothrillern à la „Dédales“ ans Herz,bzw. Ohr gelegt. Und wer per se atmosphärisch starke Hörpsiele, zudem mit Thriller- und Verschwörungseinschlag mag, sollte ebenfalls zugreifen und reinhören.

MindNapping (5): Witchboard


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Idee & Buch: Carsten Steenbergen
Regie & Schnitt: Patrick Holtheuer
Co-Regie: Marko Peter Bachmann
Musik, Mix & Mastering: Marcel Schweder
Gestaltung & Layout: Daniel Klages-Saxler
Fotos: Christian Belz

Inhaltsangabe des Verlags:

Coraline, ihre neue Liebe Ron, ein College-Baseball-Spieler, Eugene, ihr bester Freund und die anstregende Ashley fahren gemeinsam Richtung Florida, um dort ihre Semesterferien zu verbringen. Doch mitten im Great Smoky Mountains Nationalpark streikt plötzlich der Wagen. Die vier Studenten sind gezwungen, in einem einsam gelegenen Haus zu  übernachten.
Als Coraline bei einer Séance Botschaften aus dem Jenseits empfängt, die vor Ron warnen, wandelt sich die Nacht in den Bergen zu einer mörderischen Odyssee.

Sprecher:

Ashley: Merete Brettschneider
Coraline: Mia Diekow
Eugene: Leonhard Mahlich
Ron: Daniel Welbat
Parkplatzwächter: Wolf Frass
Tankstellenfrau: Sylvie Nogler
Officer Decker: Gordon Piedesack

Meine Meinung:

Mit „Witchboard“ hat man nach Folge 3, „Der Trip„, eine weitere Folge mit einem scheinbar übernatürlichen Anstrich. Autor Carsten Steenbergen wartet mit dem Aufbau des Spannungsbogens nicht lang und hält ihn bis zum Ende aufrecht und bedient sich dabei sowohl klassischer Thrillerelemente, als auch okulter Gruselmomente, und serviert einen ungemein packenden Thriller.

Bei den Sprechern spielt sich der größte Teil kammerspielartig zwischen den vier Protagonisten ab, die von Merette Brettschneider, Mia Diekow, Leonhard Mahlich und Daniel Welbat sehr glaubwürdig gespielt werden und den „Sog des Wahnsinns“ überzeugend rüberbringen.
Dazu gesellen sich einmal mehr Gordon Piedesack, dann noch Sylvie Nogler und Wolf Frass. Rundum gut. Mehr gibt’s hier nicht zu sagen.

Effekte und Musik – auch hier bleibt es wie gehabt: Sehr sauber, gut gewählt und passend platziert, wird der Realismus stark gefördert und die Atmosphäre an genau den richtigen Punkten lanciert.

Bleibt als Fazit:
„Witchboard“ ist ein gelungener Thriller der Reihe „MindNapping“, spielt geschickt mit regulären Thriller-, aber auch mit Okult-Elementen. Gespielt von einem durchweg gut agierenden Cast und unterstützt von der -wie immer- passenden und Atmosphäre verstärkenden Musik- und Effektuntermalung. Definitiv hörenswert!

[REVIEW] MindNapping (4): Flutnacht


MindNapping (4): Flutnacht | © 2011 Audionarchie eKMindNapping (4): Flutnacht

Idee & Buch: Simon X. Rost
Regie & Schnitt: Patrick Holtheuer
Co-Regie: Marko Peter Bachmann
Editing & Monate: Marko Peter Bachmann, Stefan Hagen
Musik, Mix & Mastering: Marko Peter Bachmann
Gitarre: Matthias Nawatzki
Gestaltung & Layout: Daniel Klages-Saxler

 

[Hörprobe]

= = = INHALTSANGABE DES VERLAGS = = =

Tim Felton nimmt nach dem Unfalltod seiner Freundin den Job als Vogelwächter auf Brooks Island an – eine einsame Insel an der Küste von Maine. Das beschauliche Forscherleben endet jäh, als Tim Hinweise entdeckt, dass sein Vorgänger unter mysteriösen Umständen verschollen ging und eine geheimnisvolle Schiffbrüchige auf Brooks Island angespült wird. Wenig später weiß Tim nicht mehr, ob er seinen Sinnen noch trauen kann oder ob er das Schicksal des letzten Vogelwartes teilen wird: Paranoia, Wahnsinn und Tod…

= = = MEINUNG = = =

In der Reihe „MindNapping“ bricht in Folge 4 die titelgebende „Flutnacht“ an. Aus der Feder von Simon X. Rost (u.a. Darkside Park, Mitschnitt) stammt ein kammerspielartiger Psychothriller, der mit einem Minimum an Akteuren auskommt. Die Szenerie ist gut gewählt: Eine einsame Insel, das Rätsel um den verschollenen, letzten Vogelwart auf eben selbiger, eine gestrandete Frau, die im Laufe der Geschichte immer undurchsichtiger erscheint, sowie ein aufziehender Sturm – das sind Zutaten, die einen rundum superben Thriller ergeben können. Und im Falle von „Flutnacht“ nicht nur können, sondern dies auch mit Bravour beweisen.
Simon X. Rost versteht es, die Balance zwischen atmosphärischer und Spannungsdichte perfekt zu halten. Es entstehen keine Längen, unnütze Szenen sucht man vergebens, und trotzdem wartet die Geschichte mit einer ungeheuer dichten und packenden Atmosphäre auf.

Bei der Umsetzung hat man ebenfalls keinen Aussetzer zu verzeichnen. Die Sprecher, allen voran Christian Stark als Tim Felton und Marion von Stengel als undurchschaubare Susan liefern hier eine regelrecht Glanzleistung ab. Besonders erwähnenswert ist übrigens auch Udo Schenk, der hier sogar mal nett klingen darf und sich auch in diesem „Modus“ für kommende Produktionen empfiehlt. Zuletzt sei noch Reent Reins genannt, der -oftmals in einem wunderbar realisierten Übergang mit Christian Stark- als verschollener Frank Laughten sehr gut klingt und spielt.

Bei Musik und Effekten bleibt es wie gehabt: Sauber, sauber, sauber – passend, realistisch und atmosphärisch. Auch ein Markenzeichen der Reihe bleibt: Die einzelnen Stücke werden so etwas wie das „Markenzeichen“ der jeweils einzelnen Folge, so daß jede Folge tatsächlich wie beabsichtigt ein eigenständiges Werk ist. So kann es gern weitergehen.

Als Fazit bleibt:
„Flutnacht“ ist ein weiterer extrem starker Eintrag der Psychothriller-Reihe „MindNapping“. Simon X. Rosts Story wurde hervorragend in Szene gesetzt, von sehr guten Sprechern ebenso gesprochen, bzw. gespielt, mit passenden Musiken und Effekten untermalt, so daß sich das „Kopfkino“ voll entfalten kann und man den Charakteren praktisch „über die Schulter“ zu schauen vermag.
Beide Daumen hoch – verdammt geile Folge!

 

[REVIEW] MindNapping (3): Der Trip


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Idee: Patrick Holtheuer und Marcus Görner
Buch: Marcus Görner
Regie: Patrick Holtheuer
Co-Regie: Marko Peter Bachmann
Gestaltung & Layout: Daniel Klages-Saxler
Fotos: Christian Belz
Schnitt, Musik, Mix & Mastering: Marko Peter Bachmann

Inhaltsangabe des Verlags:

Was für fünf junge Leute eine Mutprobe im alten Oakley-Haus werden sollte, nimmt eine schreckliche Wendung. Geht es dort um? Haust dort etwas im Keller?
Der Trip wird zum Albtraum! Wer wird überleben?

Sprecher:
Warren King: Daniel Welbat
Brad Cooper: Jannik Endemann
Ryan O´Neill: Tammo Kaulbarsch
Lissy Parker: Julia Fölster
Katie Collins: Linn MacKenzie
Dr. Reading: Reent Reins
Officer August: Stephan Chrzescinski
Officer Decker: Gordon Piedesack
Obdachloser 1 (Jeremiah): Konrad Halver
Obdachloser 2 (Paul): Martin Sabel
Björk Müllmann: Simon Gosejohann
Kongo der Riesenfrosch: Thilo Gosejohann
Radiomoderator: John Ment
Meine Meinung:
War Folge 2 her fast ein elegischer Trip, so gestaltet sich diese Folge 3 mit dem Titel „Der Trip“ zu einer unterhaltsamen und packenden Hommage an die klassischen Gruselhörspiele und -filme der 80er, mit allem was dazu gehört: Die Gruppe junger Leute, die kein Klischee auslässt, die Sprüche, die Handlung an sich, alles nickt Richtung „80er“. Doch Mindnapping wäre nicht Mindnapping, gäbe es nicht den bekannten „Haken“. Und der kommt auch.
Sehr temporeich, einige Hommagen, ein satirischer Moment, dazu eine kurze und kurzweilige Spieldauer – so darf es gern weitergehen.

Zu den Sprechern:
Daniel Welbat als Draufgänger passt wunderbar. Jannik Endemann, Linn MacKenzie, Julia Fölster und Tammo Kaulbarsch komplettieren die Clique und spielen ebenfalls überzeugend.
Hörbar Spaß an seiner (kurzen) Rolle hatte Konrad Halver als „Penner“ – und auch Reent Reins hat seinen Part offenbar auch gut gelaunt eingesprochen.
Stephan Chrzescinski und Gordon Piedesack nehmen ihre Rollen aus Folge 1 wieder auf und als Special Guests geben die Gebrüder Gosejohann als Björk Müllmann und Kongo, der Riesenfrosch (Macabros-Fans dürften sofort wissen, um was es geht), eine humorvolle Parodie auf eben jene Serie ab.

Musik und Effekte haben sich bereits in den ersten beiden Folgen als Stärke der Reihe erwiesen und auch hier bietet sich dem Hörer eine passende Untermalung, welche den Gruselanstrich der Folge perfekt einfängt und begleitet.

Bleibt als Fazit:
Fast könnte man meinen, „MindNapping goes Backwood Horror“, aber ganz so ist es dann doch nicht. Die Geschichte ist eine Hommage an klassische Gruselfilme und -hörspiele der 80er Jahre, bietet allerdings auch den MindNapping typischen Überraschungsmoment. Vorgetragen wird dies von motivierten Sprechern, die durchweg gute Leistungen abliefern, begleitet von einer atmosphärischen und passenden Musik- und Effektuntermalung.
„Der Trip“ ist kurzweilig, unterhaltsam und dürfte vor allem Fans obig genannter Genres begeistern.

MindNapping (2): Die 9mm-Erbschaft


MindNapping (2): Die 9mm-Erbschaft (Idee und Buch: Raimon Weber; Audionarchie e.K., 2011)MindNapping (2): Die 9mm-Erbschaft
Idee und Buch: Raimon Weber

Erschienen: Audionarchie e.K., 2011

Sprecher:
Gordon Piedesack, Rüdiger Schulzki, Patrick Bach, Christine Pappert, Martin May, Sylvie Nogler, Wolf Frass, Konrad Halver, Sascha Rotermund, John Ment

Inhaltsangabe des Verlags:

Erst der Selbstmord ihres Vaters bringt die Brüder Richard und Brendan wieder zusammen.
Sie besuchen die Orte ihrer glücklosen Kindheit. Tief in den Wäldern der amerikanischen Ostküste. Doch sie sind nicht allein. Etwas folgt ihnen. Schlägt immer wieder brutal zu. Konfrontiert die Brüder mit den Schrecken der Vergangenheit. Und treibt sie in den Wahnsinn …

Meinung:

Nach dem gelungenen Einstieg in die Reihe, liegt mit der zweiten Folge ein Hörspiel aus der Feder von Raimon Weber und ein absolutes Kontrastprogramm zum Vorgänger vor.

Webers Stärken kommen auch hier voll zum Einsatz: Kaum jemand schafft es derart albtraumartige Beklemmung in fulminanter, düster-eleganter, teilweise elegischer Wortkunst zu zelebrieren ohne dabei die Geschichte an sich zu vernachlässigen, wie er.

Die Story an sich, das sei ohne Spoiler verraten, fußt natürlich wieder in der Realität, obschon einige Begebenheiten im Reich des Übernatürlichen angesiedelt scheinen. „MindNapping“ bleibt Psychothriller, kein „Sixth Sense“.

Die Sprecher erneut vortrefflich gewählt und eingesetzt. Gordon Piedesack als Erzähler erweist sich als As im Ärmel, denn entgegen Folge 1 trägt hier der Erzähler einen Großteil des Hörspiels und Piedesack erweckt die Düsternis in Webers Texten zu einem substantiellen ‚Hauptdarsteller‘.

Patrick Bach glänzt als Bredan Monroe, dem die schwierige Kindheit unter seinem Vater deutlich zugesetzt hat. Während er den eher labilen, verstörten Bruder gibt, darf Martin May das totale Gegenteil spielen: Sein Richard Monroe ist deutlich extrovertierter, zielgerichteter. Schöner Punkt, daß hier zwei gegensätzliche „Trauma-Verarbeitungsergebnisse“ integriert wurden.
Rüdiger Schulzki spielt den „Alten“ James Edward Monroe mit hörbarem Spaß an diesem durchaus verabscheuungswürdigen Charakter, trifft seine hämischen, böswilligen und gefühllosen Seiten genau.
Definitiv erwähnenswert ist auch Wolf Frass, der hier als Linus Reed den ortskundigen Führer in den endlosen Wäldern der Ostküste gibt und mit seiner leicht grummeligen, dennoch netten Art auch diesen Charakter voll und ganz trifft.

Musik und Effekte – ich wiederhole mich gern aus Folge 1: Passt, dezent, atmosphärisch. Musikalisch ein definitiv gelungener Kniff: Das Titelthema zieht sich durch die Folge – sogar mit Variationen. Mal orchestral, mal solo, wechselnde Instrumente – und durchweg passend und die Atmosphäre verstärkend.

Als Fazit bleibt erneut: Patrick Holtheuer wird auch mit dieser Folge seinem Anspruch gerecht und liefert einen extrem atmosphärischen und nicht minder spannenden Thriller, dessen Stärken hier vor allem die Wortgewaltigkeit eines Raimon Weber in Kombination mit einem hervorragenden Sprecherensemble und einer trefflichen Musik- und Effektuntermalung sind. Kontrastprogramm zum „Quasi-Kammerspiel“ von Folge 1 – wer Thriller mag, einfach mal „frischen Wind“ in seine Hörspielsammlung bringen oder einen „Kurztrip“ in eine wunderbar atmosphärische Hörwelt machen möchte, sollte hier definitiv zugreifen.