Jack Slaughter: Bedrohung aus dem All


Cover zu Jack Slaughter: Bedrohung aus dem All

© Universal Music Family Entertainment

Jack Slaughter: Bedrohung aus dem All.

Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richter & Nikola Frey
Musik, Arrangements, Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren: Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork: Alexander Lux, torius
Product Management: dp

SPRECHER:
Till Hagen, David Nathan, Sven Plate, Simon Jäger, Arianne Borbach, Andy Matern, Dietmar Wunder, Michael Pan, Lutz Mackensy, Thomas Nero Wolff, Ulrike Stürzbecher, Gisela Fritsch, Lutz Riedel, Delphin Mitzi, Klaus Dieter Klebsch, Rainer Fritzsche, Cathleen Gawlich, Fang Yu

INHALTSANGABE DES VERLAGS:

Ein Meteorit ist in Jacksonville eingeschlagen. Die Regierung versucht etwas zu vertuschen. Als nach und nach die Kämpfer für das Gute nicht mehr sie selbst sind, wird eines klar: Die Körperfresser sind gelandet! Nur Bob, der eigentlich Robert Stark heißt und ein erfahrener Weltraum-Cop ist, kann die Gefahr aus dem Weltraum abwenden. Doch reicht ein einzelner Mann aus, um gegen eine ganze Armee von Gehirnsoldaten anzutreten?

MEINUNG:

Die Affen sind los. Jacksonville sieht sich in dieser Episode einer heimtückischen Invasion aus dem All gegenüber – die Körperfresser in Hörspielform sozusagen. Vorab sei erwähnt, daß in diesem Punkt auch genau das Hauptproblem mit dieser Folge liegt: Wer auf die serientypische Horror-Satire wartet, wartet vergebens. Denn ja, es sind natürlich die bekannten Charaktere dabei, aber nein, auf die  Veralberung typischer Grusel- und Horrorklischees wartet man hier vergebens. Statt dessen entpuppt sich die Episode als waschechte SciFi-Karikatur. Wer also auf klassische Slaughter-Kost hofft, wird hier massiv enttäuscht sein.
Wer jedoch mit diesem Genreumschwung kein Problem hat und den sehr speziellen Slaughter-Humor mag, wird von den aberwitzigen Anspielungen auf Genreklassiker erstklassig unterhalten.

Damit dann aber ab zu den Sprechern. Hier kann man es kurz machen: Gewohnt gut.   Besonders gelungen ist meiner Meinung nach der Auftritt Dietmar Wunders als Bobs „sprechfähige“ Version Robert „Bob“ Stark, der hier bewußt einen auf Daniel-Craig-007 macht. Auch Sven Plate als garstiges Äffchen General Wilson darf nicht unerwähnt bleiben. Er macht aus dem Kapuzineräffchen ein herrlich fieses Mistvieh – im positivsten Sinne des Wortes.

Musik und Effekte bieten die gewohnt schräge, dennoch passende Geräuschkulisse und Untermalung, wie sie derzeit wohl nur bei Slaughter funktionieren kann.

So bleibt am Ende ein zwiespältiges Produkt: Slaughter-Puristen, die Horror- und Gruselelemente parodiert hören möchten, werden mit „Bedrohung  aus dem All“ sicherlich nicht glücklich, da genau diese Elemente fehlen und selbst Professor Doom zu einer Nebenfigur degradiert wird.
Wer allerdings Gefallen an SciFi-Persiflagen und dem typischen Jack-Slaughter-Humor findet, kann hier ohne Probleme zugreifen, denn spaßig und gut produziert ist die Episode allemal.

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[Review] Gruselkabinett: Der fliegende Holländer (nach Heinrich Heine)


Gruselkabinett: Der fliegende Holländer (nach Heinrich Heine; Titania Medien, 2007)Gruselkabinett: Der fliegende Holländer
Basierend auf Motiven von Heinrich Heine

Regie: Marc Gruppe
Veröffentlicht: Titania Medien; 2007

SPRECHER:
David Nathan, Wolfgang Condrus, Roland Hemmo, Barbara Adolph, Uli Krohm, Simon Jäger, Tommy Morgenstern, Nicolas Artajo, Thomas Nero Wolff, Dascha Lehmann und Heinz Ostermann.

1 Audio-CD
ISBN-Nr.: 978-3-7857-3350-9

Inhaltsangabe des Verlags:

Bis in alle Ewigkeit verflucht, muss das Geisterschiff des fliegenden Holländers die Weltmeere auf der Suche nach der ersehnten Erlösung der Mannschaft durchstreifen. Unheil droht demjenigen, der dem rotglühenden Dreimaster in stürmischer Nacht begegnet. Verderben hingegen wird dem zuteil, der sich mit dem verfluchten Kapitän des Seglers einlässt …

Meinung:

Lang bevor Disney mit dem „Fluch der Karibik“ die Geister der See wieder einer breiten Masse zugänglich machte und Kapitän Jack Sparrow auf den zu ewigen Leben verdammten Barbossa traf, spukte eine ähnlich klingende Geschichte durch die Welt und fand sich in allerlei Kunstgattungen wieder, in denen sich zwei besonders bekannte Namen befinden. Richard Wagner, der seine gewaltige Oper 1843 uraufführte – und diese nie hätte komponieren können, wäre er nicht einige Jahre zuvor über Heinrich Heines „Die Memoiren des Herren von Schnabelewopski” gestolpert.
Auf Motiven selbiger basiert der bereits zweiundzwanzigste Eintrag in der erfolgreichen Historie von Titania Mediens „Gruselkabinett”.

Marc Gruppe und Stephan Bosenius haben sich von Anfang an der Schauerromantik verschrieben, respektive keine sinn- und handlungslosen Metzelorgien, in denen uninteressante Klischeeinkarnationen durch langweilige Handlungsversätze, so man sie so nennen möchte, von einem Blutbad zum nächsten waten. Sowohl Gruppe, als auch Bosenius haben in den bereits über zwei Dutzend umfassenden Geschichten des „Gruselkabinetts” bewiesen, daß es um mehr geht: Charaktere, die beim Hörer Empathie wecken und Emotionen, die nicht durch hektoliterweise vergossenes (Hör)Blut erzeugt werden können.

In exakt dieser Tradition präsentiert sich auch „Der fliegende Holländer”, und ist, mehr noch als die vorigen Folgen, Aushängeschild für den Begriff „Schauerromantik”. Geradezu brilliant ist die „Erzählung in der Erzählung in der Erzählung”. Das Skript ist von herausragender Qualität, offeriert diese Art der Erzählweise doch gleich etliche Fallen, die indes galant umgangen wurden. Der letztliche Kern aus Protagonisten und antagonistischen Kräften, der beiderseitige Konflikt sowohl auf Seiten des verfluchten Kapitäns, als auch der hübschen Katharina, die beide ihrem Willen nach für einander bestimmt sind und doch scheitern müssen, offenbart in jeder Minute was der Begriff „Schauerromantik” bedeutet.

Getragen wird das Hörspiel von den Sprechern, insbesondere durch die Leistungen von Roland Hemmo, Dascha Lehmann, Barbara Adolph, Wolfgang Condrus und natürlich David Nathan, der dem verfluchten Kapitän genau das richtige Maß an Tragik und Verzweiflung einhaucht.
Gruppe hat ein ungemein gutes Gespür dafür, wie er die Sprecherinnen und Sprecher zu wahren Höchstleistungen führen.

Auch musikalisch gerät das vorliegende Werk ebenfalls zu einer der besten Folgen der Reihe. Oft wird auf die Oper von Wagner verwiesen – kein Wunder also, daß es beeindruckend und regelrecht pompös zugeht und doch passt die Musik in jedem einzelnen Einsatz perfekt und lässt, unterstützt vom ebenfalls vorbildlichen Einsatz von Geräuscheffekten, eine Atmosphäre entstehen, der sich der Hörer kaum zu entziehen vermag.

So kann auch „Der fliegende Holländer” aus dem Hause Titania Medien einzig mit einer deutlichen Empfehlung bedacht werden. Durch die Verquickung aus bestechendem Skript, den zugänglichen Charakteren, perfekt agierenden Sprecherinnen und Sprechern, einer absolut wasserdichten musikalischen und effektmäßigen Untermalung, sowie einer daraus resultierenden, unglaublich dichten Atmosphäre, untermauern Gruppe und Bosenius einmal mehr ihre Fertigkeit, in Zeiten von in Blut ertränkten Schockern mit filigranen und in der Tat schaurig-romantischen Klassikern einen Gegenpol zu setzen, der nicht mit dem Ende der CD in Vergessenheit gerät.

 

[Review] Sebastian Fitzek: Der Augensammler | Fest für Thrillerfans


Sebastian Fitzek: Der Augensammler (Hörbuch, Lübbe Audio, 2010)Sebastian Fitzek: Der Augensammler
Gelesen von Simon Jäger.

Veröffentlicht: Lübbe Audio, 2010

4 Audio-Cds
Länge: 310 Minuten
ISBN: 978-3-7857-4368-3

Inhaltsangabe des Verlags:

Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer. Doch das Grauen endet nicht: Den aufgefundenen Kinderleichen fehlt jeweils das linke Auge.

Bislang hat der „Augensammler“ keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine blinde Physiotherapeutin, die angeblich in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen kann. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …

Meinung:

Nach Werken wie “Splitter”, “Das Kind” oder “Der Seelenbrecher” waren die Erwartungen bezüglich Sebastian Fitzeks  “Der Augensammler” fast schon astronomisch hoch. Doch ohne zuviel zu verraten, können etwaige Zweifel direkt zerstreut werden: Fitzek wäre nicht Fitzek, böte er den Lesern und Hörern nicht genau das, worin er seit Jahren meisterlich ist: Packende Thrillerunterhaltung mit bösem Twist.

Handlungsmäßig bleibt Fitzek sich treu: Ein eigentlich schon kaputter Hauptcharakter wird auf eine Achterbahnfahrt durch menschliche Abgründe geladen, die mit dem großen Paukenschlag endet – garniert mit reichlich perfiden Szenarien, diesmal sogar ein sehr gut gelungenes Nicken Richtung “Saw”, ohne jedoch in die erschreckende Einfallslosigkeit selbiger Serie ab Teil 2 zu verfallen – und als Selbstzweck wird diese auch nicht verwendet, keine Sorge.

Der Augensammler” packt den Hörer von Anfang an und endet nicht mit dem Ausklingen des Jingles auf der letzten CD. Ok, physisch gesehen schon, aber wie so oft bei Fitzek: Es bleibt im Kopf. Stück für Stück setzt sich das Puzzle um den “Augensammler” zusammen, nur um an Ende doch noch mit einer Riesenüberraschung aufzuwarten.

Wie immer wird auch dieser Fitzek von Simon Jäger gelesen und wie bei den bisherigen Hörbüchern auch erweist sich das als absolute Stärke. Jäger gelingt es erneut, dass ein Hörbuch eher zu einem Hörspiel wird, eine One-Man Show im positiven Sinne. Nicht nur, dass Jäger ein begnadeter Erzähler ist, nein, er färbt die einzelnen Charaktere erneut mit seiner markanten Stimme, spielt mit Betonungen – und baut diesmal sogar den Berliner Dialekt ein, was dem so gesprochenen Charakter absolut zu Gute kommt.

Auf einzigartige Weise schafft Jäger es zudem auch, die Atmosphäre von Fitzeks Story durch seine Stimme einzufangen und zu verstärken – einmal mehr bleibt lediglich eine großartige Leistung zu bescheinigen, die schlicht beindruckt.

Bleibt als Fazit:
Der Augensammler” ist Fitzek in Reinkultur mit allen Stärken: Eine packende, mysteriöse Story, Wendungen und einem verdammt gut aufgelegten Simon Jäger, der sich hier erneut als Sprecher der Extraklasse beweist. Fitzek-Fans müssen zugreifen, doch auch wer Thrillern per se nicht abgeneigt ist, wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen – nebst Überraschung. Wieder mal.

http://www.hergehoert.de/sebastian-fitzek__der-augensammler.html

[Review] Mark Brandis: Vorstoss zum Uranus | Survival-Drama und Space Epos


Mark Brandis: Vorstoss zum UranusMark Brandis: Vorstoss zum Uranus
(Teil 1 und 2)

Manuskript:  Balthasar von Weymarn
Sounddesign und Musik: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Thomas Weichler, Tommy Schneefuß, Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie: und Schnitt: Balthasar v. Weymarn und Jochim-C. Redeker
Product Manager folgenreich: Doerte Poschau

Veröffentlicht: Folgenreich / INTERPLANAR Produktion GbR., 2010

Sprecher:
Michael Lott, Frank Glaubrecht, Anke Reizenstein, Kai Jürgens, Martin Wehrmann, Michael Westphal, Erich Räucker, Udo Schenk, Tomasina Ulbricht, Michael Pan, Julien Haggége, Christine Mühlenhof, Cho See–Young, Simon Jäger u.a.

Vorstoss zum Uranus (1)
1 Audio-CD
Bestell-Nr. UPC 0602527138459

Vorstoss zum Uranus (2)
1 Audio-CD
Bestell-Nr. UPC 0602527138480

Inhaltsangabe des Verlags:

Commander Scott legt mit der Delta IX auf einem Uranus-Mond eine Bruchlandung hin. Eingeschlossen in einem 20 km tiefen Canyon macht sich ein Himmelfahrtskommando daran, den Notrufsender nach einem Aufstieg oberhalb des Canyons zu platzieren. Doch bereits wenige Minuten nach dem Signal reißt dieses wieder ab…

Mark Brandis wird beauftragt, den neuen Leichten Kreuzer Hermes zu testen: Mit einer Schutzmission. Er soll unbemerkt der Delta IX zum Uranus folgen und die Bedrohung einer Entführung das die Republiken abwenden…

 

Meinung:

Balthasar von Weymarn hat mit diesem Zweiteiler eine dankbare Genremischung als Vorlage erhalten – “Vorstoss zum Uranus” entpuppt sich als Survival-Abenteuer auf der einen, als rasante SciFi-Rettungsaktion mit verdammt viel Tempo auf der anderen Seite.

Während Teil 1 ein Quasi-”Gefangen im Packeis” bietet und die aussichtslose Lage der Mannschaft der havarierten Delta IX in gebührender Länge ausleuchtet und der dramatische Versuch, irgendwie auf dem lebensfeindlichen Mond des Uranus die einzige Möglichkeit der Rettung, nämlich den Notrufsender, aus einem 20 km tiefen Canyon zu bringen, geschildert wird, bei dem Mark Brandis in Person (bis auf einen Satz) nicht vorkommt, wartet Teil 2 mit einer spektakulären und in dieser Form noch nicht erlebten soundtechnischen Rettungsjagd auf, die bis zur letzten Minute dramatisch bleibt.

Die Sprecher leisten wie immer durchweg grandiose Arbeit: Michael Lott  als Mark Brandis bekommt mit Martin Wehrmann wieder Iwan Stroganow zur Seite gestellt, auch CORA meldet sich wieder zurück.
Michael Pan und Julien Haggége überzeugen ebenfalls in ihren anfangs nicht gerade gut aufeinander zu sprechenden Rollen, und auch Simon Jäger, Frank Glaubrecht und Udo Schenk liefern überzeugende Leistungen ab, so daß es an der Sprecherriege eigentlich nichts auszusetzen gäbe. Eigentlich – denn einen Punkt muss ich dennoch erwähnen, der nicht in das ansonsten einwandfreie Ergebnis passt: Ludmilla Wolska, gesprochen von Tomasina Ulbricht, wirkt in den zwar wenigen, dennoch gesamten Szenen mit ihr seltsam deplatziert. Nicht, weil ihre Stimme unangehm wäre, oh nein – es fehlt das Reinversetzen in die jeweilige Situation. So wirkt sie leider wie “nicht da” – es ist keine Dramatik in der Betonung und wirkt lediglich abgelesen.

Bei Sound, Regie, Schnitt und Musik allerdings gehen Balthasar von Weymarn und Jochim-C. Redeker erneut in die Vollen: Egal ob in der todbringenden Einsamkeit des Uranus-Mondes oder in dramatischen Momenten an Board der “Hermes”: Man fühlt sich dank des Rundum-Real-Paketes aus Sound, Schnitt und  Musik jederzeit als “blinder Passagier” mit an Board – einmal mehr kann ich lediglich sagen: Für mich derzeit das Optimum an SciFi-Inszenierung.

Als Fazit möchte ich festhalten:
Vorstoss zum Uranus“ ist fett! SciFi, aber doch ein schöner „Genre-Mix“. Während Teil 1 ein lupenreines Quasi-„Gefangen im Packeis“ fast ohne Herrn Brandis ist, wartet Teil 2 mit der für mich bis dato bestproduzierten Deep-Space Rettungsmission auf, die ich bislang gehört habe. Einzig Tomasina Ulbricht als Dr. Wolska klang abgelesen, was dem Hörspiel in Gänze jedoch keinen Abbruch tut.  Uneingeschränkte Hörempfehlung!

http://www.hergehoert.de/mark_brandis__vorstoss_zum_uranus.html

[Review] Jack Slaughter (11): Im Haus des Todes | Herzhafte Hörnahrung


Jack Slaughter (11): Im Haus des TodesJack Slaughter (11): Im Haus des Todes

Regie, Produktion & Dranaturgie: Lars-Peter Lueg
Musik, Arrangements & Instrumente: Andy Matern
Veröffentlicht: LPL Records / folgenreich, 2010

SPRECHER:
Till Hagen, Simon Jäger, David Nathan, Arianne Borbach, Klaus-Dieter Klebsch, Jan Spitzer, Frank Röth  u.a.

Meinung:

Wenn der ewig griesgrämige Oberdämon Professor Doom (Klaus-Dieter Klebsch) auf den ewig fröhlichen Mr. Happy trifft, kommt dies einem Erdbeben gleich – und für den Hörer kommt es zu einem Frontalangriff auf die Lachmuskeln.

Die bewährte Art der Serie wird natürlich beibehalten: Groschenromanklischees werden genüßlich und dennoch auch als Unterhaltungsfolge funktionierend durch den Kakao gezogen und zum Schreien komisch auf die Spitze getrieben. Egal ob es Professor Doom mit seinem bizarren Kabinett der schrägen Charaktere ist oder Jack, die Tochter des Lichts, die, Verzeihung: der mehr auf Blut und Gewalt denn auf die Schminktipps seiner verstorbenen Großmutter steht, sind. Diesmal treibt man es jedoch auf die Spitze: Der immerfröhliche Mr. Happy bekommt von Professor Doom einen Fluch auf den Hals gehetzt, der den immer gut gelaunten Happy zu einem Kannibalen macht, der gut gelaunt seinem neuen Hunger frönt.

So herzallerliebst schräg die Handlung klingt und im Endeffekt auch ist: Es dauert ein wenig, bis Jack, Kim und Tony „in die Puschen“ kommen – das mag für einige ein Problem sein, mir persönlich hat es so jedoch gefallen, weil dadurch insbesondere Doom und Happy ausreichend Zeit für das ultra-schräge Setup der herzigen Jagd bekommen.

Die Sprecher sind einmal mehr durch die Bank weg großartig. Vor allem das „Prima Vista“-Double Simon Jäger und David Nathan, sowie Klaus-Dieter Klebsch verdienen erneut virtuellen Applaus – hörbar Spaß an der Sache haben allerdings alle Beteiligten und es ist in der Tat eine reine Freude diesen großartigen Sprechern zu lauschen.

Musik und Effekte passen sich wieder dem gewohnt schrägen Setting an – genau wie die Klischees der Figuren und der Handlung von Groschenromanen per se durch den Kakao gezogen werden, wir hier auch hier wieder die Musik oftmals „gegen den Strich“ eingesetzt um den bizarr-schrägen Charakter der Serie zu untermalen. Dieser Wahnsinn mit Methode könnte wohl in keiner anderen Serie derzeit funktionieren.

Zu den Effekten sei noch gesagt, daß diese wie immer passend eingesetzt werden und mit Blick auf die herzhaften Mahlzeiten Mr. Happys das Ganze durchaus auch als Diätbegleitung dienen kann 🙂

Bleibt als Fazit:
Eine Folge, bei der ich persönlich gefeiert habe – die einfache Ausgangssituation führt zu etlichen einfach nur zum Brüllen komischen Szenen, die von einem in bester Spiellaune befindlichen Sprecherensemble hervorragend zum Leben erweckt werden, begleitet von der zum Markenzeichen der Serie gewordenen, nicht minder schrägen musikalischen Begleitung, passend genutzten (und streckenweise echt ekeligen) Geräuscheffekten.
Jack Slaughter“ ist und bleibt eine einfach liebenswert schräge Serie, die vor Nichts halt macht und den Zuhörern vor allem mit dieser Folge, dem „Haus des Todes„, eine pfundige Portion allerliebster Unterhaltung mit Herz bietet.

http://www.hergehoert.de/jack-slaughter_11_im-haus-des-todes.html

Mark T. Sullivan: Limit


Mark T. Sullivan: Limit.
Gelesen von Simon Jäger.
Erschienen im Argon Verlag, 2010.

6 Audio-CDs
Länge: 414 Minuten
ISBN: 978-3-8398-9000-4

Wie gewissenlos muss man sein, um ein Milliarden-Vermögen anzuhäufen? Im exklusiven Jefferson Club in Montana machen die sieben reichsten Männer der Welt an Silvester die Erfahrung, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann. Denn die »Dritte Front«, eine militante Organisation, will Gerechtigkeit für Alle. Sie haben den Club überfallen und sämtliche Gäste als Geiseln genommen. Die Reichen sollen büßen für ihre Habgier. Für Mickey Hennessy, den Sicherheitschef des Clubs, beginnt ein Wettlauf mit dem Tod, denn seine drei Kinder befinden sich ebenfalls in der Gewalt der Killer.

MEINUNG:
Stirb langsam meets Tick, Trick & Track meets Wall Street.
Diese augenscheinlich abstruse Mischung bringt Sullivans Werk recht gut auf den Punkt. “Limit” ist nicht weniger als ein großartiges Werk auf mehreren Ebenen. Unterhält es? Auf jeden Fall! Der Handlungsstrang um Mickey Hennesy allein wäre schon Stoff genug für einen  großartigen “Stirb langsam”-Teil. Doch dabei belässt es Sullivan nicht. Tempo – ja. Action – haufenweise. Thrillerelemente – ja. Spannung – auf jeden Fall. De für mich größte Stärke ist jedoch die  Gesellschaftskritik.  Auf den ersten Blick natürlich die Hochfinanz, spielt doch die Zockerei an und die Manipulation der Finanzmärkte ohne Rücksicht auf (menschliche) Verluste eine große Rolle. Doch Sullivan geht noch weiter – und landet einen meiner Meinung nach großartigen Coup: Als reißerisches Element inszeniert er das, was passiert, wenn man “der anonymen Masse” die Wahl über Leben und Tod lässt: Natürlich will der geifernde Mob, immer schön unter dem Deckmäntelchen “Gerechtigkeit”, Blut fließen sehen…

Nun hält Sullivan allerdings kaum die “ganze Menschheit” für widerwärtig, und so bleibt das “Abfeiern” der Entscheidung über Leben und Tod als Kritikpunkt auch lediglich dem bigotten Mob via Internet vorbehalten – der im Nachhinein sogar noch im Abgang einen Denkzettel verpasst bekommt (Stichwort: Leichtgläubigkeit…). Der Gros der agierenden Erwachsenen ist von den auf Internetbasis beruhenden “Urteilen”, die die “Dritte Front” über die reichsten Menschen der Welt fällt, angewidert, allerdings auch fast zum Nichtstun verdammt, weil Dienstwege und Bürokratie Aktionen unterbinden. Einzig der Jugend gewährt Sullivan direktes Eingreifen zu und so wechselt das Agieren von Hennessy zu Beginn der Geiselnahme hin zu seinen Kindern, bis sich die Wege aller erneut kreuzen.

Gelesen wird “Limit” von Simon Jäger und hier muss ich ganz klar sagen: Der Mann hört einfach nicht auf mich zu begeistern. Gerade ein Kaliber wie “Limit”, in dem Charaktere jedweder Coleur agieren, verlangt einem Sprecher verdammt viel ab – und Jäger schafft dies mit einer scheinbaren Leichtigkeit, die fast schon gruselig ist. Egal ob Raubein Hennessy, die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte FBI-Agentin Cheyenne O’Neill, der barsche “General” der ‚Dritten Front‘, die Milliardärsfrauen – Jäger schafft es, jedem seinen passenden Charakter zu verleihen und hält dies durch. Kein Overacting, nichts – man hat einfach direkt die Charaktere vor Augen. Und bei der Interpretation selbst unterschiedlichster Emotionen, sowie dem passenden Tempo der Erzählpassagen macht man Jäger ohnehin nichts vor.

Als Fazit bleibt für mich:
Mit “Limit” ist Mark T. Sullivan ein großartiger und extrem kurzweiliger Actionthriller gelungen, der action- und temporeich ist, allerdings auch, oder gerade durch die Thematiken “Rücksichtslosigkeit der Hochfinanz”, “Bigotterie der Masse”, erfreulich ‚anders‘ daherkommt.
Simon Jäger erweist sich einmal mehr als großartiger Leser, liest und spielt absolut überzeugend und umschifft die Klippe des Overactings mit Leichtigkeit.
Klare Empfehlung für Action- und Thrillerhungrige.