[Review] Gabriel Burns (34+35): Ich weiss, was Angst ist & Das Haus der Seele


Gabriel Burns (34+35): Ich weiss, was Angst ist + Das Haus der SeeleGabriel Burns (34/35):
Ich weiss, was Angst ist
Das Haus der Seele

Idee & Konzeption: Decision Products
Regie: Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge und Volker Sassenberg
Tontechnik & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Kay Müller
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Grafik: Marion Mühlberg
Produktion: Volker Sassenberg

Veröffentlicht: Folgenreich / Decision Products, 2010

Sprecher:
Jürgen Kluckert, Hans Paetsch, Andreas Ksienzyk, Bernd Vollbrecht, Ernst Meincke, Bianca Krahl, Björn Schalla, Mario von Jascheroff, Norman Matt, Karl Schulz, Silke Super, Stefan Müller-Ruppert, Daniela Thuar.

Inhaltsangabe (34) des Verlags:

In den hölzernen Götzen-Schreinen am Ufer loderten kleine Feuer. Menschen drängten sich um eine Schar barfüßiger Priester. Ein Rauschen, wie die Schwingen eines großen Raubvogels, fiel über das Dorf. Er hatte sie gefunden …

Der Legende nach befand sich in Jangal Mandir der Zugang zur Unsterblichkeit. Hier verschwand der Strom der Seelen …

Von Schlingpflanzen halb bedeckt zeigten die Enden der Steinpritschen raubtierhafte Fratzen. Die Metallröhre mit dem Stein von Akhilesh hing an einem Ledergurt über Bakermans Schulter. Seine Hand ruhte auf dem Verschluss. Hinter den Fensternischen formten sich weitere Mönche aus dem Nassgrau der fahlen Nacht.

Inhaltsangabe (35) des Verlags:

Er lag unter herabgestürztem Schutt begraben. Regen drang durch das Loch im Dach. Und schwemmte das Blut von seiner Stirn. Das Tal hatte sich geöffnet! Die Schächte offenbarten vertikal abfallende Tunnelwände, in deren Flanken hunderte von Grabmälern eingelassen waren. Der Fahle Ort strebte seiner Erfüllung entgegen. Jangal Mandir ertrank im Tosen des Monsuns.

Die Zerstörungskraft von tausend Sonnen, gebündelt in einem menschlichen Herz. Umgeben von der Allgegenwart des Alten Feindes. Gabriel erhob sich unter den Seinen. Er war frei.

Hier … auf der anderen Seite …

Meinung:

Die Steven-Burns-freie Zeit ist vorbei und die Gesamthandlung nimmt hier endlich mal richtig Fahrt auf: In Indien kreuzen sich die Wege von Steven Burns, Larry Newman, Joyce Kramer, Cardieu, Schmidt und Bakerman wieder und es werden einige Dinge enthüllt, die man wirklich nicht mehr als “Kleinigkeiten” bezeichnen kann.

Storytechnisch muss ganz klar gesagt werden, dass Andreas Gloge auf dem besten Wege ist, die Serie zu ihrer alten Stärke zurückzuführen. Hier bekommt man einen Hochhgeschwindigkeits-Plot serviert, der nicht mit Enthüllungen geizt (die allerdings auch gleichsam teilweise für neue Möglichkeiten und Fragen sorgen), sondern der einen trotz aller Ereignisse nicht wie ein ICE überrollt, sondern die Burns-typische, sedierende Art und Weise beibehält, die sich schnell zum Markenzeichen der Serie entwickelte und im Kontext der Serie essentieller Bestandteil der einmaligen Atmosphäre ist.

Zu den Sprechern kann man einzig sagen: Hoch die Tassen! Volker Sassenberg versteht es nicht nur, großartige Namen richtig für die Rollen zu besetzen, unter seiner Regie laufen die Sprecherinnen und Sprecher auch zu Hochleistungen auf und dabei ist es egal, ob es die alten Burns-Recken Bernd Vollbrecht, Bianca Krahl, Ernst Meincke oder Björn Schalla oder Sprecher wie Mario von Jascheroff sind.

Herausheben möchte ich allerdings Jürgen Kluckert. Er hat in dieser Folge zwar auch den Part des Erzählers einmal mehr großartig absolviert, bietet indes auch eine kleine Überraschung, die ich an dieser Stelle nicht verraten möchte. Nur soviel: Gänsehaut garantiert.

Beim Sound ist und bleibt Burns eine Bank. Eine derart dichte und durchdachte Atmosphäre bekommt man selten geboten – einmal mehr kann man sich kaum der durch dieses brillante Sounddesign erschaffenen Atmosphäre kaum entziehen und wird unweigerlich in diesen düsteren Trip hineingezogen. Auch hier sei jedem Hörer angeraten, sich die Folgen auch über Kopfhörer anzuhören – was das Team um Volker Sassenberg hier erneut erschaffen hat, verdient Respekt.

Als Fazit:
Die Serie bleibt auf Kurs und hält derzeit eine gute und vor allem gut funktionierende Waage zwischen “bei der Stange halten” und Auflösungen. Vorgetragen von einem verdammt guten Sprecherensemble unter einer hervorragenden Regie, begleitet von einem Sounddesign auf höchstem Niveau, werden die Hörer hier auf einen bizarren Trip mitgenommen, den man sich gern auch mehrfach geben kann. Bitte weiter so!

http://www.hergehoert.de/gabriel_burns__34+35.html

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[Review] Point Whitmark (26): Die Diener der Pest | Point Whitmark feat. Corvus Corax


Point Whitmark (26): Die Diener der PestPoint Whitmark (26): Die Diener der Pest
Nach einer Erzählung von Bob Lexington

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Decision Products
Musik: Matthias Günthert, Volker Sassenberg, Markus Segschneider & Manuel Rösler
Saltarello/Ductia/Trotto“ Interpret und Komponist: Corvus Corax (Originalversion vom Album „Inter Deum Et Diabolum Semper Musica Est“, Pica Records 1993) www.corvuscorax.de
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie und Produktion: Volker Sassenberg
Veröffentlicht: Decision Products / Folgenreich, 2009

Länge: Ca. 54 Min.
1 Audio-CD

Sprecher:
Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerritt Schmidt-Foss, Heike Weber, Engelbert von Nordhausen, Klaus-Peter Beyer, Sonja Spuhl, Olaf Reichmann, Marius Götze-Claren, Dierk Prawdzik, Gerald Paradies, Wolfgang Wagner, Rüdiger Evers, Karin Buchholz, Till Endemann

Inhaltsangabe des Verlags:

Victoria Thornton ist – in Dereks Augen – das schönste Mädchen der High School. Als sie von einer Gruppe mittelalterlicher Spielleute an ein düsteres Familienkapitel erinnert wird, stehen ihr Jay, Tom und Derek zur Seite.

Die Karte des Brandanio führt die Jungen nach Amberville und Jahrhunderte zurück in der Zeit. Gepanzerte Waffenknechte und der unheimliche Pestträger stellen sich ihnen in den Weg. Als das Krächzen der hungrigen Raben ertönt, werden Jay und Tom an den Pranger gestellt. Das Urteil ist verhängnisvoll …

Meinung:

Bereits zum sechsundzwanzigsten Mal geht es nach Point Whitmark, dem idyllischen Küstenörtchen in New Hampshire. Die Ferien brechen an und für Jay, Tom und Derek geht es nach kurzer Einführung direkt auf Reisen: Amberville steht auf dem Programm – ein Dörfchen, das ganz seinen frühen europäischen Wurzeln frönt. Hier spielt man Mittelalter, doch scheint die Grenze zwischen Spiel und Realität zu verschwimmen…

Um es vorweg zu nehmen: Die Folge lebt von der altertümlichen Atmosphäre. Die Story verkommt dabei eher zur Nebensache; man möchte fast sagen „leider“, denn hätte man hier noch eine *richtig* gute Geschichte mit ein paar mehr Wendungen oder weniger „Kommissar Zufall“ hingezaubert, die Folge hätte durchaus die beste der Serie werden können. So ist die Story leider „nur“ gutes Mittelmaß, was jedoch durch die absolut erstklassig inszenierte Umsetzung der Atmosphäre und die Lebendigkeit des Dorfes abgemildet wird.

Zu den Sprechern muss man nicht mehr viel sagen: Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper und Geritt Schmidt-Foss sind seit Jahr und Tag mit „ihren“ Charakteren vertraut – da gibt es auch diesmal nichts zu beanstanden. Dazu gesellen sich Namen wie Engelbert von Nordhausen und Gerald Paradies, die ebenfalls ihrem guten Ruf gerecht werden und vollauf überzeugen.

Erwähnenswert erscheint mir, gerade im Angesicht diverser Falschmeldungen anderer „Rezensionen“ im Netz, die Richtigstellung, daß Corvus Corax keineswegs von Corvus Corax selbst, sondern von den Synchronsprechern Marius Götze-Claren (Tritonus der Teufel) und Olaf Reichmann (Castus Rabensang) gesprochen werden. Corvus Corax selbst steuerten die Titel „Saltarello / Ductia / Trotto“ bei.

Musik und Geräuscheffekte gehen in dieser Folge eine, wenn nicht gar die stärkste bisher präsentierte Kombination ein – die Musik untermalt hier nicht nur, sie ist ob des Settings der Folge tatsächlich in den jeweiligen Szenen präsent und somit essentieller Bestandteil der vertonten ‚Realität‘, was in Kombination mit den einmal mehr vorbildlich genutzten Geräuschen durchaus angetan ist, die obligatorische „Mauer“ in die Realität zu durchbrechen, in dem die Musik nämlich selbst Teil des Geschehens wird. Ein bemerkenswerter Schachzug, der voll und ganz aufgeht!

Fazit:
Folge 26, Die Diener der Pest, untermauert einmal mehr, daß Point Whitmark eine der besten Kinder- und Jugendserien im Bereich Mystery und Krimi ist – und die schlicht brillante Umsetzung der aussergewöhnlichen Mittelalteratmosphäre, die Lebendigkeit des Dorfes, lassen durchaus über die eher durchschnittliche Geschichte hinwegsehen. Hätte man in diese noch ein wenig mehr „Pepp“ reingebracht, diese Folge hätte die beste der Serie bislang werden können. So bleibt „nur“ ein verdammt gutes Hörspiel, das von einer aussergewöhnlichen und aussergewöhnlich gut umgesetzten Atmosphäre und einem gut aufgelegten Sprecherensemble lebt – und dem ich trotz des kleinen Kratzers „Story“ gern eine Kaufempfehlung ausspreche – nicht nur für Fans der Serie, sondern für alle, die mal wieder eine gepflegte Portion Spannung und eine faszinierende Atmosphäre haben möchten.

[Review] Point Whitmark (27): Eiland der Gespenster


Point Whitmark (27): Eiland der GespensterPoint Whitmark (27): Eiland der Gespenster
Nach einer Erzählung von Bob Lexington

Drehbuch: Andreas Gloge & Decision Products
Musik: Matthias Günthert, Markus Segschneider, Volker Sassenberg & Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie & Produktion: Volker Sassenberg

Veröffentlicht von folgenreich, Decision Products | 2009

SPRECHER:
Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Jürgen Kluckert, Marius Götze-Claren, Heinz Ostermann, Rüdiger Evers, Olaf Reichmann, Karin David, Melanie Hinze.

Länge: Ca. 57 Minuten
1 Audio-CD

Inhaltsangabe des Verlags:

Der dichteste Nebel seit dreißig Jahren sucht die Küste heim. Ausgerechnet jetzt werden Jay, Tom und Derek auf den Friedhof bestellt. Vater Callahan braucht ihre Hilfe.

Furchtbare Heimsuchungen plagen den alten Eldridge Buchanan, und der katholische Geistliche hat sich vorgenommen, Licht in das Dunkel zu bringen. Doch die Mächte der Finsternis sind am Werk.

Was verbirgt sich hinter der geisterhaften Erscheinung am Ufer des Lake Erryn? Ist es die Seele der Toten, die keinen Frieden finden kann? Im Schatten der Staumauer erblicken die Jungen die weiße Frau …

Meinung:

Point Whitmark mal -Überraschung! (haha)- nicht in Point Whitmark. Jay, Tom und Derek verschlägt es diesmal auf Bitten von Vater Callahan nach Lake Erryn, wo sie versuchen sollen, Licht in das Dunkel zu bringen, das Callahans Freund Eldridge Buchanan scheinbar langsam den Verstand kostet: Die „weiße Frau“, die immer wieder im Schatten der Staumauer auftaucht…

Zugegeben, die Inhaltsangabe verspricht viel und ja, spannend ist die Folge durchaus, allerdings offenbart die Erzählung auch durchaus eine gewisse Vorhersehbarkeit.

Die Geschichte an sich ist trotz des Aufhängers etwas „unspektakulär“, wobei unspektakulär nicht im Sinne von „da gibbet ja gar nichts auffe Omme“ zu verstehen ist, sondern eben nur das: unterhaltsam zwar, handlungstechnisch indes ziemlich unspektakulär.

Daß die Folge dennoch überzeugt und bei mir mittlerweile zum „Dauergast“ auf dem iPod geworden ist, liegt an der unglaublich dichten Atmosphäre. Nachts, Nebel, Stausee, Abgeschiedenheit, ein altes Haus… – das alles sind Elemente, die Volker Sassenberg und seine Mannen einmal mehr phantastisch umgesetzt haben; man glaubt förmlich den Nebel aus den Boxen, alternativ: Kopfhörern quellen zu sehen, pardon: hören.
Die Musiken untermalen diese teils (im positiven Sinne) unwirkliche Atmosphäre noch und alles bereitet eine bemerkenswerte Klangkulisse für wieder einmal verdammt gut aufgelegte Sprecher.

Neben den bekannten „Stammsprechern“ wie Jürg Löw als Erzähler, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foß, bleiben diesmal besonders Jürgen Kluckert als Isaac Gudjonsson im Ohr, und die von Karin David formidabel gespielte Mrs. Irkwood.

Bleibt als Fazit:
Wer ausschließlich auf eine packende UND überraschende Story aus ist, wird mit „Point Whitmark – Eiland der Gespenster“ sicher nicht ganz glücklich. Wer sich allerdings von einer unglaublich dichten Atmosphäre, die durch ein hervorstechendes Sounddesign und -einmal mehr- sehr gut agierenden Sprechern in eine fantastisch inszenierte Hörwelt entführen lassen kann, kann -und sollte- bei Point Whitmark 27 zuschlagen; eine dichtere Atmosphäre im Kinder-/Jugendkrimibereich habe ich schon länger nicht mehr gehört.

http://www.hergehoert.de/point_whitmark_27_eiland_der_gespenster.html

[Review] Point Whitmark (28): Der leere Raum


Point Whitmark (28): Der leere Raum (folgenreich, 2010)Point Whitmark (28): Der leere Raum
Nach einer Erzählung von Bob Lexington.

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert, Markus Segschneider, Volker Sassenberg & Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Kai Müller
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie & Produktion: Volker Sassenberg

SPRECHER:
Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Daniela Thuar, Raphael Kübler, Gerald Paradies, Mario von Jascheroff, Norman Matt, Karl Schulz.

1 Audio-CD
Länge: ca. 55 Minuten
ISBN: 978-3-8291-2322-8

Inhaltsangabe des Verlags:

Mit einem raffinierten Schachzug verschaffen sich Jay, Tom und Derek Zugang zur Strafvollzugsanstalt in Hampton, die von einer mysteriösen Ausbruchswelle erschüttert wird. Aber schon bald bricht auf den streng bewachten Fluren das Chaos aus. Die Jungen sind gezwungen, dem Gesetz den Rücken zu kehren! Ahnungslos verlieren sie sich im Leeren Raum. Dort, wo jeder Wunsch in Erfüllung geht. Doch ihr Gegenspieler verlangt einen unvorstellbaren Preis! In der Kommandozentrale des Delphi offenbart der Zimmerservice sein wahres Gesicht.

Meinung:

Point Whitmark” wagt Virtualität. Da dieses Thema bei der Detektiv-Konkurrenz von der Westküste mit den drei bekannten Satzzeichen in schöner Regelmäßigkeit nach hinten losgeht, war somit auch hier Skepsis angesagt. Diese zerstreut sich jedoch schnell. Denn auch wenn die Realisation des “leeren Raums” sicherlich noch ein Weilchen im Reich der Fantasterei zu suchen sein wird: Die Idee an sich ist alles andere als verkehrt, entpuppt sich als spannungssteigerndes Element und ist summa summarum ein Beispiel, wie (Quasi-)Mystery und EDV-verwandte Themen sich nicht ausschließen müssen und durchweg packend sein können.

Bei den Sprechern: Business as usual – will heißen: Von den Protagonisten gibt es die gewohnten Leistungen, negative Ausfälle sucht man (wie eigentlich immer) vergebens. Selbiges gilt für die passend besetzten Nebenrollen – allen voran Norman Matt als Delphi oder Karl Schulz als bärbeißiger Nachtwächter mit Hang zur Cholerik. Sprechertechnisch gesehen ist seit Jahr und Tag Verlass auf Volker Sassenberg, da bildet “Der leere Raum” keine Ausnahme.

Selbiges gilt natürlich auch, oder vor allem für die Effekte und musikalische Untermalung: Die Folge erhält trotz des IT-Elements einen ordentlich gruseligen Touch, der seine Abbildung auch in der Untermalung findet – im positiven Sinne. Auch hier sind Sassenberg und sein Team seit Anbeginn ihrer Produktionen in der Top-Liga.

Bleibt somit eine Folge, die ich allen eventuell existenten Befürchtungen zum Trotz empfehlen kann: IT-Thematiken können in Mystery-Krimireihen funktionieren, es muss einem nicht jedes mal der schiere Unfug von halbseidenem EDV-(Nicht-)Wissen mit der stumpfen Axt ins Gesicht springen – denn auch wenn “Der leere Raum” für sich gesehen sicherlich noch recht phantastisch anmutet, so ist er im Kontext der Folge sowie in seiner Darstellung doch so solide integriert, daß man nicht vor Unglauben ob des Gehörten mit dem Kopf schütteln kann.
Bei Sprechern und Untermalung ist es wie immer: Passt, überzeugt, bitte weiter so.
Point Whitmark: Der leere Raum” liefert den Beweis dafür, daß solche “EDV”-Experimente in Jugenkrimis auch glücken können.

http://www.hergehoert.de/point-whitmark_28_der-leere-raum.html

Point Whitmark (30): Der Seelenkünder (II/II)


Point Whitmark (30): Der Seelenkünder (II/II)Point Whitmark (30): Der Seelenkünder (II/II)
Hörspiel. Erschienen bei folgenreich, 2010.

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert, Markus Segschneider, Volker Sassenberg & Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Ramona Heinisch
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie & Produktion: Volker Sassenberg

SPRECHER:
Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Bodo Henkel, Gerald Paradies, Dominik Freiberger, Holger Michel, Bert Stevens, Günter Burchert, Engelbert von Nordhausen, Sabrina Heuer  u.a.

1 Audio-CD
Länge: ca. 63 Minuten
ISBN: 978-3-8291-2324-2

Inhaltsangabe des Verlags:

Auf der Suche nach ihrem Freund werden Jay und Tom an Bord der Isidora gefangen gesetzt und weit hinaus auf den Ozean entführt. Quälende Ungewissheit bringt sie an den Rand der Verzweiflung. Doch dann wird die dreihundert Jahre alte Karavelle von einer Nebelwand verschlungen. Im Kampf ums Überleben offenbart sich den Jungen die Wahrheit über das Erbe des Seelenkünders.

MEINUNG

Nach dem atmosphärisch starken, jedoch inhaltlich schwachen Auftakt des Zweiteilers, möchte man hier eigentlich nur eine Frage stellen: Warum nicht gleich so? Denn „Der Seelenkünder (II/II)“ bietet wieder das, was man von Point Whitmark erwartet: Einen spannenden, tempo- und zum Ende hin wendungsreichen Jugendkrimi, der die Atmosphäre dabei nicht ausser Acht lässt. Im Gegensatz zum ersten Teil kommt hier überhaupt keine Langeweile auf und auch wenn man nicht vollständig in die Riege der Topfolgen der Serie vorzustoßen vermag: „Der Seelenkünder (II/II)“ ist dennoch extrem unterhaltsam und ein starker Eintrag bei „Point Whitmark“.

Die Sprecher agieren wie gewohnt unter Volker Sassenbergs Regie: Ausfälle gibt es nicht, die oftmals schon über die Grenze zur Überzeichnung hinausgehenden Charaktere werden dennoch funktionierend in Szene gesetzt und das Haupttrio um Sven Plate, Kim Hasper und Gerrit Schmidt-Foss setzt den guten Kurs fort, den es seit Jahr und Tag fährt. Und natürlich behält auch Jürg Löw seinen charakteristischen Part des Erzählers genauso bei, wie man es von „Point Whitmark“ gewohnt ist. Kurz gesagt: Keine Ausreißer dabei, weder nach oben, noch nach unten.

Musiken und Effekte sind seit Anbeginn der Serie ein Aushängeschild gewesen, selbstredend bleibt dies auch bei dieser Folge so. Gerade dieser Bereich macht selbst schwächere „Point Whitmark“-Folgen immer wieder hörenswert, bei einer ohnehin schon grundsoliden Folge wie „Der Seelenkünder (II/II)“ ist dies natürlich ein weiterer massiver Zugewinn.

Kontrastprogramm zu Teil 1: „Point Whitmark: Der Seelenkünder (II/II)“ ist für sich ein hervorragender und hervorragend gemachter Jugendkrimi, der über eine tempo-, spannungs- und wendungsreiche Story verfügt, die von gut aufgelegten Sprechern gespielt und von einer unglaublich starken Effekt- und Musikuntermalung unterstützt wird. Schade, daß es den schwachen Teil I brauchte, denn so hätte aus dem Seelenkünder wirklich eine der besten Episoden werden können. So bleibt ein schwacher erster und ein überdurchschnittlich starker zweiter Teil.

http://www.hergehoert.de/point-whitmark_30_der-seelenkuender_2.html

Point Whitmark (29): Der Seelenkünder (I/II)


Point Whitmark (29): Der Seelenkünder (I/II)Point Whitmark (29): Der Seelenkünder (I/II)
Hörspiel. Erschienen bei folgenreich, 2010.

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert, Markus Segschneider, Volker Sassenberg & Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Ramona Heinisch
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie & Produktion: Volker Sassenberg

SPRECHER:
Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Bodo Henkel, Gerald Paradies, Dominik Freiberger, Holger Michel, Bert Stevens, Günter Burchert  u.a.

1 Audio-CD.
ISBN: 978-3-8291-2323-5

Inhaltsangabe des Verlags:

Im Rahmen des spanischen Hafenfests in Casa Vargas veranstalten Jay, Tom und Derek eine ganz besondere Radioshow am Strand. Doch dann lässt Ramiro Luiz del Santo, der dreihundert Jahre alte Hofastronom des spanischen Königs, Jay Lawrence vor den Augen des Publikums verschwinden. Als Derek und Tom ihren Freund endlich wiedertreffen, ist dieser nicht mehr derselbe. Besitzt das Schwarze Okular tatsächlich die Macht, seine Opfer zu beherrschen? Im Schein brennender Kreuze jagen die Jungen verzweifelt der Wahrheit hinterher …
Können Derek und Tom ihren Freund retten? … bevor zur Mitternacht das Schiff des Seelenkünders in den Hafen einläuft?

 

MEINUNG

Auf eins kann man sich bei Point Whitmark verlassen: Die Atmosphäre. Und diese wird auch im ersten Teil des Zweiteilers „Der Seelenkünder“ regelrecht zelebriert. Bei der Story hingegen sieht es leider anders aus, denn letztlich wird hier massiv gestreckt. Sicher, kurzweilig ist die Folge – doch hält sich der erzählerische Nährwert in Grenzen; ein wenig Hintergrundgeschichte, extrem viel Verfolgung und nochmal Verfolgung… und nochmal… und nochmal… – und dann wird einzig am Ende nochmal extrem auf den obligatorischen Cliffhanger hingearbeitet. Für eine ganze Folge ist dies jedoch für meinen Geschmack einfach zu wenig.

Punkten kann die Folge jedoch mit obig bereits erwähnter Atmosphäre.
Diese quillt, je nach Gusto, einmal mehr geradezu aus den Boxen oder den Kopfhörern. Die Sprecher überzeugen unter der Regie Volker Sassenbergs (wie immer), ganz gleich ob es die Hauptsprecher um Sven Plate, Gerrit Schmidt-Foss, Kim Hasper oder Jürg Löw als Erzähler sind oder die u.a. mit Bert Stevens, Gerald Paradies, Bodo Henkel u.a. gelungen besetzten Nebenrollen sind.

Auch die Kombination aus Effekten und musikalischer Untermalung überzeugt ebenso (guess what? wie immer), hier fahren Volker Sassenberg und sein Team wieder ihr ganzes Können auf. Es macht Spaß, den Charakteren bei ihren mysteriösen Abenteuern zu folgen, während sie von einer durchdachten und effektiven Soundkulisse begleitet werden, die vorzüglich Bilder im Kopf entstehen lässt – ebenfalls wie immer.

Als Fazit bleibt für mich:
Der Seelenkünder (I/II)“ ist eine Atmosphären-Granate, die jedoch unter einer viel zu gestreckt wirkenden Geschichte leidet. Wem letztere ohnehin egal ist und/oder wer mehr Wert auf eine stimmige Umsetzung legt, dem sei diese Folge durchaus ans Herz gelegt; Fans der Serie greifen sowieso unbesorgt zu. Wer indes einen Einstieg in die Welt von Jay, Tom und Derrek sucht, ist mit anderen Episoden der Serie sicherlich besser bedient

 

http://www.hergehoert.de/point-whitmark_29_der-seelenkuender_1.html